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Der Begriff parenteral bezeichnet in der Medizin die Verabreichung von Substanzen unter Umgehung des Magen-Darm-Trakts. Diese Applikationsform ist essenziell für die Zufuhr von Medikamenten, Nährstoffen oder Flüssigkeiten, wenn eine orale Aufnahme nicht möglich oder sinnvoll ist. Parenterale Methoden ermöglichen eine schnelle und präzise Steuerung der Wirkstoffkonzentration im Blutkreislauf.
Allgemeine Beschreibung
Parenterale Applikationen umfassen alle Verfahren, bei denen Wirkstoffe direkt in den Körper eingebracht werden, ohne den Verdauungstrakt zu passieren. Dies schließt Injektionen, Infusionen und Implantationen ein, die in verschiedene Gewebe oder Körperhöhlen erfolgen können. Die Wahl der parenteralen Route hängt von Faktoren wie der gewünschten Wirkgeschwindigkeit, der Bioverfügbarkeit des Wirkstoffs und dem Zustand der Patientinnen und Patienten ab.
Im Gegensatz zur enteralen Verabreichung, bei der Wirkstoffe über den Mund oder den Darm aufgenommen werden, bietet die parenterale Gabe den Vorteil einer sofortigen systemischen Verfügbarkeit. Dies ist besonders relevant bei Notfallmedikamenten, wie Adrenalin bei anaphylaktischen Schocks, oder bei Wirkstoffen, die durch Magensäure oder Verdauungsenzyme inaktiviert würden. Zudem ermöglicht die parenterale Route die Verabreichung von Substanzen, die oral nicht resorbiert werden können, wie bestimmte Proteine oder Peptide.
Die parenterale Verabreichung erfordert jedoch spezielle Kenntnisse und sterile Techniken, um Infektionen oder Gewebeschäden zu vermeiden. Die Auswahl der geeigneten Injektionsstelle, die korrekte Dosierung und die Überwachung möglicher Nebenwirkungen sind entscheidend für die Sicherheit und Wirksamkeit der Behandlung. Zudem müssen parenterale Lösungen bestimmte Anforderungen an die Osmolarität, den pH-Wert und die Partikelfreiheit erfüllen, um Komplikationen wie Thrombophlebitis oder Hämolyse zu verhindern.
Technische Details
Parenterale Applikationen lassen sich in mehrere Hauptkategorien unterteilen, die sich nach der Injektionsstelle und der Art der Verabreichung unterscheiden. Die wichtigsten Formen sind:
- Intravenös (i.v.): Direkte Injektion oder Infusion in eine Vene, wodurch der Wirkstoff unmittelbar in den Blutkreislauf gelangt. Diese Methode ermöglicht eine schnelle Verteilung im Körper und wird häufig für Notfallmedikamente, Antibiotika oder Chemotherapeutika eingesetzt. Die intravenöse Gabe erfordert eine sorgfältige Überwachung, da Fehler zu schweren Komplikationen wie Luftembolien oder Thrombosen führen können.
- Intramuskulär (i.m.): Injektion in den Muskel, meist in den Musculus deltoideus, Musculus gluteus maximus oder Musculus vastus lateralis. Diese Route eignet sich für Wirkstoffe, die langsam resorbiert werden sollen, wie Impfstoffe oder Depotpräparate. Die Resorptionsgeschwindigkeit hängt von der Durchblutung des Muskels und der Formulierung des Wirkstoffs ab.
- Subkutan (s.c.): Injektion in das Unterhautfettgewebe, beispielsweise am Bauch oder Oberschenkel. Diese Methode wird häufig für Insulin, Heparin oder bestimmte Impfstoffe verwendet. Die Resorption erfolgt langsamer als bei der intravenösen oder intramuskulären Gabe, was eine gleichmäßige Wirkstofffreisetzung ermöglicht.
- Intraarteriell (i.a.): Injektion in eine Arterie, die vor allem in der interventionellen Radiologie oder bei der gezielten Behandlung von Tumoren eingesetzt wird. Diese Methode ist technisch anspruchsvoll und birgt ein hohes Risiko für Komplikationen wie Ischämien oder Blutungen.
- Intrakutan (i.c.): Injektion in die oberste Hautschicht, die Dermis. Diese Route wird vor allem für Allergietests oder lokale Anästhesien genutzt. Die Resorption ist hier sehr langsam, da die Dermis nur gering durchblutet ist.
- Intraperitoneal (i.p.): Injektion in die Bauchhöhle, die beispielsweise bei der Peritonealdialyse oder der Behandlung von Bauchfellentzündungen eingesetzt wird. Diese Methode ist weniger verbreitet, da sie ein höheres Infektionsrisiko birgt.
- Intraossär (i.o.): Injektion in das Knochenmark, die in Notfallsituationen angewendet wird, wenn ein venöser Zugang nicht möglich ist. Diese Route ermöglicht eine schnelle systemische Verteilung des Wirkstoffs, da das Knochenmark gut durchblutet ist.
Die Wahl der parenteralen Route wird durch die pharmakokinetischen Eigenschaften des Wirkstoffs, die gewünschte Wirkdauer und den Zustand der Patientinnen und Patienten bestimmt. Zudem müssen parenterale Lösungen bestimmte physikochemische Anforderungen erfüllen, um sicher und wirksam zu sein. Dazu gehören:
- Sterilität: Parenterale Lösungen müssen frei von Mikroorganismen, Endotoxinen und Partikeln sein, um Infektionen oder Entzündungsreaktionen zu vermeiden. Die Herstellung erfolgt unter aseptischen Bedingungen, und die Lösungen werden durch Sterilfiltration oder Hitzesterilisation aufbereitet.
- Isotonie: Die Osmolarität der Lösung sollte der des Blutes entsprechen (ca. 290 mOsmol/l), um Zellschäden wie Hämolyse oder Gewebeirritationen zu verhindern. Hypo- oder hypertonische Lösungen können zu schweren Komplikationen führen.
- pH-Wert: Der pH-Wert parenteraler Lösungen sollte im physiologischen Bereich (7,35–7,45) liegen, um Gewebeschäden zu vermeiden. Abweichungen können zu Schmerzen, Entzündungen oder Inaktivierung des Wirkstoffs führen.
- Partikelfreiheit: Parenterale Lösungen müssen frei von sichtbaren und unsichtbaren Partikeln sein, um Embolien oder Gewebeschäden zu verhindern. Die Prüfung erfolgt nach den Vorgaben der Pharmakopöen, wie dem Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.).
Die Herstellung parenteraler Arzneimittel unterliegt strengen regulatorischen Vorgaben, die in Richtlinien wie der Good Manufacturing Practice (GMP) oder den Monographien des Europäischen Arzneibuchs festgelegt sind. Diese Vorschriften umfassen Anforderungen an die Reinheit der Ausgangsstoffe, die Sterilität der Produktionsumgebung und die Qualitätssicherung der Endprodukte.
Normen und Standards
Die Herstellung und Anwendung parenteraler Arzneimittel unterliegt internationalen und nationalen Normen, die die Sicherheit und Wirksamkeit gewährleisten. Die wichtigsten Regelwerke sind:
- Europäisches Arzneibuch (Ph. Eur.): Enthält Monographien zu parenteralen Zubereitungen, die Anforderungen an Sterilität, Partikelfreiheit und physikochemische Eigenschaften festlegen. Siehe Ph. Eur. 2.9.19 (Partikelkontamination in parenteralen Zubereitungen) und Ph. Eur. 5.1.1 (Methoden zur Sterilitätsprüfung).
- Good Manufacturing Practice (GMP): Richtlinien der Europäischen Kommission (EudraLex Volume 4) und der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) für die Herstellung steriler Arzneimittel. Diese umfassen Anforderungen an Reinräume, Personalhygiene und Qualitätskontrolle.
- DIN EN ISO 13485: Norm für Qualitätsmanagementsysteme in der Medizinprodukteindustrie, die auch für parenterale Verabreichungssysteme wie Infusionspumpen oder Injektionsnadeln relevant ist.
- United States Pharmacopeia (USP): Enthält Kapitel wie USP <788> (Partikel in Injektionen) und USP <797> (Pharmazeutische Compounding – Sterile Zubereitungen), die Anforderungen an parenterale Lösungen definieren.
Zudem müssen parenterale Arzneimittel in der Europäischen Union gemäß der Richtlinie 2001/83/EG zugelassen werden, die Anforderungen an die Sicherheit, Qualität und Wirksamkeit stellt. In Deutschland regelt das Arzneimittelgesetz (AMG) die Herstellung und den Vertrieb parenteraler Zubereitungen.
Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen
Der Begriff parenteral wird häufig mit anderen Applikationsformen verwechselt oder in Beziehung gesetzt. Die wichtigsten Abgrenzungen sind:
- Enteral: Verabreichung von Wirkstoffen über den Magen-Darm-Trakt, beispielsweise oral, rektal oder über eine Magensonde. Im Gegensatz zur parenteralen Gabe unterliegt die enterale Applikation den Einflüssen der Verdauung, der First-Pass-Metabolisierung in der Leber und einer variablen Resorptionsrate. Enterale Methoden sind weniger invasiv, aber nicht für alle Wirkstoffe geeignet.
- Topisch: Lokale Anwendung von Wirkstoffen auf Haut oder Schleimhäute, beispielsweise in Form von Salben, Cremes oder Augentropfen. Topische Applikationen zielen auf eine lokale Wirkung ab und vermeiden eine systemische Verteilung des Wirkstoffs. Im Gegensatz zur parenteralen Gabe ist die topische Anwendung nicht invasiv, aber auf bestimmte Indikationen beschränkt.
- Inhalativ: Verabreichung von Wirkstoffen über die Atemwege, beispielsweise durch Inhalatoren oder Vernebler. Diese Methode ermöglicht eine schnelle Resorption über die Lungenalveolen und wird häufig bei Atemwegserkrankungen wie Asthma eingesetzt. Im Gegensatz zur parenteralen Gabe ist die inhalative Applikation weniger invasiv, aber auf gasförmige oder aerosolierbare Substanzen beschränkt.
- Transdermal: Verabreichung von Wirkstoffen über die Haut, beispielsweise durch Pflaster. Diese Methode ermöglicht eine kontinuierliche Wirkstofffreisetzung und vermeidet den First-Pass-Effekt. Im Gegensatz zur parenteralen Gabe ist die transdermale Applikation nicht invasiv, aber auf lipophile Wirkstoffe mit geringer Molekülgröße beschränkt.
Anwendungsbereiche
- Notfallmedizin: Parenterale Applikationen sind in der Notfallmedizin unverzichtbar, da sie eine schnelle und zuverlässige Verabreichung lebensrettender Medikamente ermöglichen. Beispiele sind die intravenöse Gabe von Adrenalin bei anaphylaktischen Schocks, die intraossäre Infusion von Flüssigkeiten bei Kreislaufstillstand oder die intramuskuläre Injektion von Glukagon bei hypoglykämischen Krisen.
- Intensivmedizin: Auf Intensivstationen werden parenterale Methoden eingesetzt, um Patientinnen und Patienten mit schweren Erkrankungen oder postoperativen Zuständen zu versorgen. Dies umfasst die kontinuierliche intravenöse Gabe von Sedativa, Analgetika, Antibiotika oder vasoaktiven Substanzen. Zudem wird die parenterale Ernährung (Total Parenteral Nutrition, TPN) bei Patientinnen und Patienten angewendet, die nicht oral oder enteral ernährt werden können.
- Onkologie: In der Krebsbehandlung werden Zytostatika häufig parenteral verabreicht, um eine präzise Dosierung und eine schnelle systemische Verteilung zu gewährleisten. Die intravenöse Chemotherapie ist die häufigste Applikationsform, während intrathekale Injektionen bei bestimmten Leukämieformen oder Lymphomen eingesetzt werden, um die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden.
- Impfungen: Viele Impfstoffe werden parenteral verabreicht, um eine starke und lang anhaltende Immunantwort zu induzieren. Beispiele sind die intramuskuläre Injektion von mRNA-Impfstoffen gegen COVID-19 oder die subkutane Gabe von Masern-Mumps-Röteln-Impfstoffen. Die parenterale Route ermöglicht eine kontrollierte Antigenpräsentation und vermeidet den Abbau durch Magensäure.
- Schmerztherapie: In der Behandlung akuter oder chronischer Schmerzen werden parenterale Methoden eingesetzt, um eine schnelle und effektive Analgesie zu erreichen. Beispiele sind die intravenöse Gabe von Opioiden bei postoperativen Schmerzen oder die epidurale Injektion von Lokalanästhetika bei Geburtswehen. Zudem werden subkutane Schmerzpumpen für die kontinuierliche Verabreichung von Analgetika verwendet.
- Infektionskrankheiten: Antibiotika, Antimykotika und antivirale Medikamente werden häufig parenteral verabreicht, um eine ausreichende Wirkstoffkonzentration im Blut zu erreichen. Dies ist besonders wichtig bei schweren Infektionen wie Sepsis, Meningitis oder Endokarditis, bei denen eine orale Therapie nicht ausreicht. Die intravenöse Gabe ermöglicht eine schnelle Erregerbekämpfung und eine präzise Steuerung der Dosierung.
- Ernährungsmedizin: Die parenterale Ernährung (Total Parenteral Nutrition, TPN) wird bei Patientinnen und Patienten eingesetzt, die nicht oral oder enteral ernährt werden können, beispielsweise bei Kurzdarmsyndrom, schweren Verbrennungen oder postoperativen Komplikationen. TPN umfasst die intravenöse Zufuhr von Aminosäuren, Glukose, Lipiden, Vitaminen und Spurenelementen, um den Nährstoffbedarf zu decken.
- Diagnostik: Parenterale Methoden werden auch in der diagnostischen Medizin eingesetzt, beispielsweise bei der intravenösen Gabe von Kontrastmitteln für bildgebende Verfahren wie die Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT). Zudem werden intradermale Injektionen für Allergietests oder Tuberkulintests verwendet.
Risiken und Herausforderungen
- Infektionen: Parenterale Applikationen bergen ein hohes Risiko für lokale oder systemische Infektionen, da sie die natürliche Hautbarriere durchbrechen. Beispiele sind Katheter-assoziierte Blutstrominfektionen (Central Line-Associated Bloodstream Infections, CLABSI) oder Abszesse an der Injektionsstelle. Die Einhaltung steriler Techniken und die regelmäßige Überwachung der Einstichstellen sind entscheidend, um Infektionen zu vermeiden.
- Gewebeschäden: Unsachgemäße Injektionstechniken oder ungeeignete Lösungen können zu Gewebeschäden wie Nekrosen, Thrombophlebitis oder Nervenschäden führen. Beispielsweise kann die versehentliche intraarterielle Injektion von Thiopental zu schweren Ischämien führen. Die Auswahl der richtigen Injektionsstelle und die korrekte Technik sind daher essenziell.
- Überdosierung oder Unterdosierung: Parenterale Applikationen ermöglichen eine präzise Dosierung, bergen aber auch das Risiko von Fehldosierungen. Eine zu schnelle intravenöse Infusion kann zu lebensbedrohlichen Komplikationen wie Lungenödemen oder Herzrhythmusstörungen führen. Zudem kann eine falsche Berechnung der Dosis zu einer unzureichenden Wirkung oder toxischen Effekten führen.
- Allergische Reaktionen: Parenterale Verabreichungen können schwere allergische Reaktionen auslösen, insbesondere bei Erstgabe von Medikamenten wie Antibiotika oder Impfstoffen. Anaphylaktische Schocks erfordern eine sofortige Behandlung mit Adrenalin und anderen Notfallmaßnahmen. Eine sorgfältige Anamnese und die Bereitstellung von Notfallmedikamenten sind daher unerlässlich.
- Thrombosen und Embolien: Die intravenöse Gabe von Medikamenten oder Infusionen kann zu Thrombosen oder Embolien führen, insbesondere bei längerer Liegedauer von Kathetern. Luftembolien sind eine seltene, aber lebensbedrohliche Komplikation, die durch unsachgemäße Handhabung von Infusionssystemen verursacht werden kann. Die Verwendung von Luftfiltern und die regelmäßige Kontrolle der Katheter sind wichtige Präventionsmaßnahmen.
- Stabilität und Kompatibilität: Parenterale Lösungen müssen stabil und kompatibel mit anderen Medikamenten oder Infusionslösungen sein. Inkompatibilitäten können zu Ausfällungen, Wirkstoffverlusten oder toxischen Reaktionen führen. Beispielsweise kann die Mischung von Calcium- und Phosphatlösungen zu Präzipitaten führen, die Embolien verursachen. Die Überprüfung der Kompatibilität vor der Verabreichung ist daher essenziell.
- Schmerzen und Unbehagen: Parenterale Injektionen können Schmerzen oder Unbehagen verursachen, insbesondere bei wiederholten Gaben oder unsachgemäßer Technik. Dies kann die Compliance der Patientinnen und Patienten beeinträchtigen und zu einer unzureichenden Therapieadhärenz führen. Die Verwendung von Lokalanästhetika oder die Auswahl weniger schmerzhafter Injektionsstellen kann die Verträglichkeit verbessern.
- Kosten und Logistik: Parenterale Applikationen erfordern sterile Materialien, geschultes Personal und spezielle Lagerbedingungen, was mit höheren Kosten verbunden ist. Zudem ist die Entsorgung von kontaminiertem Material wie Nadeln oder Infusionsbeuteln aufwendig und unterliegt strengen Vorschriften. Die logistischen Herausforderungen können insbesondere in ressourcenschwachen Settings zu Engpässen führen.
Ähnliche Begriffe
- Intravenös (i.v.): Spezifische Form der parenteralen Verabreichung, bei der Wirkstoffe direkt in eine Vene injiziert oder infundiert werden. Diese Methode ermöglicht eine sofortige systemische Verteilung und wird häufig in der Notfall- und Intensivmedizin eingesetzt.
- Intramuskulär (i.m.): Parenterale Applikation in den Muskel, die eine langsamere Resorption als die intravenöse Gabe ermöglicht. Diese Route wird häufig für Impfstoffe oder Depotpräparate verwendet.
- Subkutan (s.c.): Injektion in das Unterhautfettgewebe, die eine gleichmäßige und langsame Wirkstofffreisetzung ermöglicht. Diese Methode wird häufig für Insulin oder Heparin eingesetzt.
- Enteral: Verabreichung von Wirkstoffen über den Magen-Darm-Trakt, im Gegensatz zur parenteralen Gabe. Enterale Methoden umfassen die orale, rektale oder gastrale Applikation und sind weniger invasiv, aber anfälliger für Resorptionsstörungen.
- Topisch: Lokale Anwendung von Wirkstoffen auf Haut oder Schleimhäute, die keine systemische Verteilung des Wirkstoffs anstrebt. Topische Applikationen sind nicht invasiv, aber auf bestimmte Indikationen beschränkt.
Zusammenfassung
Die parenterale Verabreichung ist ein zentraler Bestandteil der modernen Medizin und ermöglicht die gezielte Zufuhr von Medikamenten, Nährstoffen oder Flüssigkeiten unter Umgehung des Magen-Darm-Trakts. Sie bietet Vorteile wie eine schnelle systemische Verfügbarkeit, eine präzise Dosierung und die Möglichkeit, Wirkstoffe zu verabreichen, die oral nicht resorbiert werden können. Gleichzeitig erfordert die parenterale Applikation spezielle Kenntnisse, sterile Techniken und eine sorgfältige Überwachung, um Komplikationen wie Infektionen, Gewebeschäden oder Fehldosierungen zu vermeiden.
Die Wahl der parenteralen Route hängt von der Indikation, den pharmakokinetischen Eigenschaften des Wirkstoffs und dem Zustand der Patientinnen und Patienten ab. Während die intravenöse Gabe eine sofortige Wirkung ermöglicht, eignen sich intramuskuläre oder subkutane Injektionen für eine langsame und gleichmäßige Wirkstofffreisetzung. Die Herstellung und Anwendung parenteraler Arzneimittel unterliegt strengen regulatorischen Vorgaben, die die Sicherheit und Wirksamkeit gewährleisten.
Trotz ihrer Vorteile birgt die parenterale Verabreichung Risiken, die durch eine sorgfältige Planung, Schulung des Personals und Einhaltung von Hygienerichtlinien minimiert werden können. In der klinischen Praxis ist die parenterale Applikation unverzichtbar für die Behandlung von Notfällen, schweren Infektionen, onkologischen Erkrankungen und vielen weiteren Indikationen.
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