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Als Empfängnisverhütung, Antikonzeption oder Kontrazeption werden Methoden bezeichnet, die die Wahrscheinlichkeit einer Empfängnis und Schwangerschaft trotz des Ausübens von Geschlechtsverkehr verringern. Besonders verbreitet sind heute die Antibabypille und das Kondom.

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Bei der Empfängnisverhütung  gibt es folgende Möglichkeiten

Coitus interruptus

Der Coitus interruptus ist ein Abbruch des Geschlechtsverkehrs vor dem Samenerguss, so dass dieser außerhalb der Scheide erfolgt.

Vorteil:

  • Keine Hilfsmittel nötig.

Nachteil:

  • Es können schon vor dem Orgasmus unbemerkt Samen ausfließen, deshalb unsichere Methode.
  • Störung im natürlichen Ablauf des Geschlechtsverkehrs, wobei die Frau häufig unbefriedigt ist.

Periodische Enthaltsamkeit

  • Methode nach Knaus-Ogino

Die Periodische Enthaltsamkeit nach Knaus-Ogino beruht auf folgenden Tatsachen:

Die Eizelle ist nur wenige Stunden befruchtungsfähig. Samenzellen sind bis maximal 3 x 24 Stunden lebensfähig. Der Eisprung erfolgt innerhalb des Menstruationszyklus in der Regel einmal, 14 Tage vor Beginn der nächsten Menstruation. Eine Empfängnisfähigkeit ist also nur um den Ovulationstermin und zwar im Zeitraum von 3 Tagen vor der Ovulation (bedingt durch Lebensdauer der Samenzellen) und 1 Tag nach der Ovulation (bedingt durch Befruchtungsfähigkeit der Eizelle) gegeben.

Beispiel: 28 tägiger Zyklus: Ovulation am 14. Tag Befruchtung nur möglich zwischen dem 11. und 15. Tag. Da der Zyklus nie völlig regelmäßig ist, sind mindestens 12 Menstruationsdaten erforderlich, um den Zyklustyp feststellen zu können.

Es wird der kürzeste und der längste Zyklus bestimmt und der dazugehörige Ovulationstermin.

Bei einer Menstruation von 26 - 29 Tagen erfolgt die Ovulation zwischen dem 12. und 15. Tag. Die fruchtbaren Tage liegen dann zwischen dem 9. und 16. Tag des Zyklus. Die Tage vor dem 9. und nach dem 16. Tag sind die unfruchtbaren Tage, an denen eine Schwangerschaft nicht wahrscheinlich ist.

Erster fruchtbarer Tag = kürzester Zyklus - 17, d. h. 17 = (14 + 3) letzter fruchtbarer Tag = längster Zyklus - 13, d. h. 13 = (14 - 1)

Beispiel: Für den 26 - 29 tägigen Zyklus: 26 - 17 = 9 bzw. 29 - 13 = 16.

Vorteil:

  • Natürliche Methode ohne künstliche Manipulation.

Nachteil:

  • Sehr unsicher, da oft Zyklusverschiebungen auftreten können bei Klimaänderungen, Geburten und Fehlgeburten, Stress.
  • Nur bei einigermaßen regelmäßigem Zyklus anwendbar, da sonst eine zu große zeitliche Einschränkung entsteht.

 

  • Messung der Basaltemperatur

Diese Methode beruht darauf, dass nach dem Eisprung der Follikel in den Gelbkörper umgewandelt wird. Das von diesem gebildete Progesteron erhöht die Körpertemperatur um ca. 0,5 °C. Ein Ansteigen der Körpertemperatur über mindestens 2 Tage in der Zyklusmitte zeigt den stattgefundenen Eisprung an. Die Temperaturmessung muss morgens nach dem Aufwachen und vor dem Aufstehen im Mund oder im Darm gemessen werden. Mindestens 6 - 8 Stunden Schlaf vorher.

Vorteil:

  • Keine künstlichen Maßnahmen
  • relativ große Sicherheit, wenn zuverlässig durchgeführt.

Nachteil:

  • Erkrankungen können Temperaturerhöhung bedingen,
  • Gibt unfruchtbare Zeit nur in der 2. Zyklushälfte an.
  • Verlangt genaue Durchführung der Temperaturmessung.

Mechanische Methoden

Kondom (Präservativ)

Der Samen wird durch eine über das Glied gestülpte Gummihülle aufgefangen. Dies dient auch zur Vermeidung von Ansteckung durch Geschlechtskrankheiten.

Vorteil:

  • Unschädlich
  • Sicherheit ziemlich gut
  • Anwendung einfach.

Nachteil:

  • Gebrauch wird evtl. störend empfunden
  • kann platzen oder abgleiten
  • Kombination mit chemischen Mitteln wichtig:
    • Tabletten
    • Schaum
    • Crème
    • Schwämmchen.

Scheidenpessar (Diaphragma)

Der Scheidenpessar  ist eine Gummikappe mit Metallring, die in die Scheide eingeführt wird und so den Gebärmutterhals von der Scheide abtrennt. Die Samenzellen können dann nicht in den Gebärmutterhals eindringen.

Vorteil:

  • Unschädlich
  • kann selbst eingeführt werden.

Nachteil:

  • Die Größe der Gummikappe muss vom Arzt angepasst werden.
  • Muss immer mit chemischen Mitteln zusammen angewendet werden.
  • Soll erst am folgenden Tag nach dem Geschlechtsverkehr entfernt werden.

Chemische Methoden

Tabletten, Schaum, Creme enthalten chemische Substanzen, die die Samenzellen abtöten oder bewegungsunfähig machen. Diese Mittel müssen vor dem Verkehr in die Scheide eingeführt werden.

Vorteil:

  • Anwendung einfach.

Nachteil:

  • Sicherheit beschränkt.
  • Wenn es trotzdem zu einer Befruchtung kommt, können die Spermien geschädigt sein.

Chemische Mittel sollten nur in Kombination mit mechanischen Mitteln gebraucht werden.

Hormonale Methode

Mit der Hormonalen Methode wird der Eisprung unterdrückt.

Pille

  • Unterdrückung des Eisprungs durch Hormonzufuhr
  • Veränderung des Schleimpfropfs im Gebärmutterhals
  • Erschwerung des Eindringens der Samenzellen
  • Veränderung der Schleimhaut, so dass sich die befruchtete Eizelle nicht einnisten kann.

Vorteil:

  • Einfache Methode in der Anwendung
  • Sicherheit hoch.

Nachteil:

  • Eventuell schlechte Verträglichkeit, Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Steigerung der Thrombose- und Emboliegefahr. Es wird ins hormonale Gleichgewicht eingegriffen.
  • Bei Leberschäden, Varizen und Diabetes nicht angezeigt.
  • Sollte bei jungen Mädchen frühestens bei regelmäßig gewordener Periode verabreicht werden.
  • Werden noch Kinder gewünscht, ist nach einjähriger Pilleneinnahme eine 3-monatige Pause empfohlen.

Dreimonatsspritze

Es wird ein Depothormonpräparat gespritzt. Dieses wird im Verlauf von 3 Monaten resorbiert und wirkt wie die Pille.

Vorteil:

  • Injektion nur alle drei Monate nötig
  • Geeignet für unzuverlässige Personen.

Nachteil:

  • Es kommt nicht selten zu Zwischenblutungen evtl. zu Amenorrhoe
  • Sicherheit etwas weniger gut als bei der Pille.

Intrauterinpessar (Spirale)

Mit dem Intrauterinpessar wird ein Kunststoffkörper in Form einer Spirale, Schleife, Ring in die Gebärmutter eingelegt. Diese Kunststoffkörper können Kupfer oder Hormonzusätze enthalten. Sie verhindern das Einnisten der Eizelle in der Gebärmutter.

Vorteil:

  • Einmaliges Einlegen durch den Arzt nötig.

Nachteil:

  • Der Fremdkörper in der Gebärmutter wird oft schlecht vertragen und bewirkt Krämpfe, Blutungen und evtl. Entzündungen.
  • Sicherheit nicht so gut wie bei Pille.
  • Gelegentlich wird die Spirale ausgestoßen. bei späterem Kinderwunsch evtl. Schwierigkeiten, schwanger zu werden.

 

Sterilisation

Mit der Sterilisation ist die Unterbindung der Eileiter bei der Frau bzw. der Samenleiter beim Mann gemeint. Die Samenflüssigkeit enthält keine Samenzellen mehr. Der Eingriff beim Mann ist wesentlich geringer als bei der Frau. 

Vorteil:

  • Sehr sicher.

Nachteil:

  • Operationsrisiko vorhanden.
  • Die Sterilisation kann kaum rückgängig gemacht werden. Es entsteht definitive Unfruchtbarkeit. Der Eingriff muss wohl überlegt werden

 


Buchliste: Empfängnisverhütung
Der obige Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose.