Ein Bluterguss (Hämatom vom griechischen Haime=Blut und tome=Hieb; andere namen: Bluterguss, Suffusion, Sugillation, blauer Fleck oder Veilchen) ist ein Blutaustritt aus verletzten Blutgefäßen im Körpergewebe oder eine Blutansammlung in einer bestehenden Körperhöhle. 

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Therapie mit Hausmitteln

Blutergüsse, jene bläulichen Zeugnisse unserer physikalischen Schwächen, entstehen, wenn Blut aus beschädigten Blutgefäßen in das umgebende Gewebe sickert. Blaue Flecken, deren Ursachen in der medizinischen Fachsprache unter dem Namen Kontusionen bekannt sind, werden gewöhnlich durch das, was von Ärzten als unmittelbares Trauma bezeichnet wird, verursacht. Ob man gegen die Ecke vom Couchtisch stößt oder einen Tritt vors Schienbein bekommt, die Folge ist eine schmerzhafte Erinnerung an unsere weniger guten Augenblicke.
Zum Glück heilen Blutergüsse gewöhnlich in ungefähr 10 bis 14 Tagen. Dabei verblassen die dunkelvioletten Flecken und verfärben sich gelbblau. Der Farbwechsel deutet darauf hin, dass weiße Blutkörperchen zur Stelle gezogen sind, um die zerstörten roten Blutzellen (Erythrozyten genannt) in Eisennebenprodukte zu zerlegen. Diese Nebenprodukte können dann durch das Blut weggespült werden. Wenn die betroffene Stelle eine grün-braune Farbe annimmt, ist der Heilungsprozess fast abgeschlossen.
Während Ihr Körper für die Heilung der Verletzung sorgt, können Sie Maßnahmen ergreifen, um die Verfärbung auf ein Minimum zu reduzieren, die Schmerzen möglichst zu lindern und zu verhindern, dass Sie in Zukunft von Blutergüssen "heimgesucht" werden.

  • Den Bluterguss abkühlen. Verwenden Sie eine kalte Kompresse, um die Blutung der beschädigten Blutgefäße zu stillen. Je eher man Eisbeutel auflegt, desto besser. Kälte hilft auch, Schwellungen vorzubeugen. Wickeln Sie das Eis in ein feuchtes Tuch ein und legen Sie es ungefähr 10 bis 15 Minuten auf. Falls Ihre Finger oder Zehen verletzt sind, tauchen Sie sie in eiskaltes Wasser, um schnelle Resultate zu erzielen. Legen Sie Eis jedoch nie direkt auf die Haut und legen Sie Eisbeutel nicht für längere Zeit auf, da dies zu Erfrierungen führen kann.
  • Entlasten Sie sich. Egal welche Stelle verletzt wurde, es ist wichtig, die betroffene Stelle zu schonen.
  • Hochlegen. Bei Blutergüssen am Arm oder Bein hilft es, die Glieder hochzulegen, weil die Schwerkraft bewirkt, dass weniger Blut zur betroffenen Stelle gepumpt wird. Versuchen Sie, in den ersten paar Stunden nach der Verletzung je 30 Minuten pro Stunde den Arm auf der Rückenlehne eines Stuhls oder das Bein auf einigen Kissen zu stützen.
  • Auf Hitze umschalten. Sobald das Bluten aufgehört und der Heilungsprozess angefangen hat, d.h. ca. 24 Stunden nach der Verletzung, sollten Sie Hitze einsetzen, um die Muskelkrämpfe zu reduzieren, die als Begleiterscheinung des Blutergusses auftreten können. Die Muskeln ziehen sich zusammen, um eine Verletzung zu schienen, besonders in der Nähe eines Gelenks. Legen Sie also drei- bis viermal am Tag jeweils eine halbe bis eine Stunde lang lauwarme Kompressen auf, um die den Bluterguss umgebenden Muskeln zu entspannen.
    Obwohl man entweder feuchte oder trockene Hitze anwenden kann, je nachdem, welche einem am besten zusagt, behaupten viele Ärzte, dass die feuchte Hitze bei der Behandlung von Blutergüssen aus unbekannten Gründen wirksamer zu sein scheint. Aber egal welches Heizverfahren Sie verwenden, die Temperatur sollte nie zu hoch sein. Falls man zum Beispiel ein Heizkissen benutzt, sollte dieses auf die niedrigste Stufe eingestellt werden.
  • Das Aspirin in der Hausapotheke lassen. Sie sind vielleicht versucht, nach Aspirin zu greifen, um den Schmerz Ihrer Verletzung zu lindern, aber unterlassen Sie das. Sowohl Aspirin als auch Paracetamol enthalten Antikoagulanten, allgemein als blutgerinnungshemmende Mittel bekannt, die den Bluterguss verschlimmern können. Greifen Sie stattdessen zu Ibuprofen, dem anderen nicht rezeptpflichtigen, schmerzstillenden Mittel, denn dieses enthält keine antikoagulierenden Bestandteile.
  • Stellen Sie die Feuchtigkeitscreme in den Kühlschrank. Falls Sie sich entscheiden, den Bluterguss mit trockener Hitze zu behandeln und die Stelle infolgedessen austrocknet, benutzen Sie ein Linderungsmittel, am besten ein hypoallergenes, um die betroffene Stelle zu glätten. Reiben Sie das Mittel nicht ein, sondern betupfen Sie damit ein paar Mal am Tag leicht die Haut. Wenn Sie die Lotion im Kühlschrank aufbewahren, wird sie eine angenehme Kühle auf Ihrer heißen, empfindlichen Haut verbreiten, wenn Sie sie benutzen.
  • Seien Sie Abstinenzler. Alkoholische Getränke, ob Wein. Bier oder Schnaps, können die Blutgefäße weiten, bzw. dehnen, was den Bluterguss verschlimmern kann. Alkoholkonsum ist außerdem eine der Hauptursachen von Unfällen im Haus.
  • Tragen Sie weite Kleidung. Beengende Kleidungsstücke machen den Bluterguss nur empfindlicher. Falls Sie Blutergüsse an den Beinen haben, versuchen Sie es einen Tag lang ohne Strumpfhose oder Socken.
  • Achten Sie auf Ihre Ausstattung. Runde Möbel oder Möbel mit abgerundeten Ecken, wie zum Beispiel Couchtische im Queen Anne Stil, dürften die Gesundheit Ihrer Beine und Hüften weniger gefährden als rechtwinklige Möbelstücke, besonders in kleinen Zimmern, wo es ziemlich eng ist.
  • Erwägen Sie, den Boden mit Teppichen auszulegen würden wahrscheinlich weniger auf einem Teppichboden ausrutschen als auf Linoleum oder Fliesen, und wenn Sie zufälligerweise dennoch fallen, könnte der Teppich dazu beitragen, eine schlimmere Verletzung zu verhindern, da er als Polster dient.
  • Nageln Sie Vorleger fest. Jene kleinen Vorleger, die sich oft in der Diele, im Badezimmer oder in der Küche befinden, rutschen herum oder verdrehen sich häufig, wodurch Sie unerwartet stolpern und stürzen können. Um das Problem zu vermeiden, machen Sie die Vorleger mittels Klebestreifen oder speziellen Teppichnägeln am Boden fest.
  • Beleuchten Sie den Weg zur Sicherheit. Nachtlichter oder mit einer Schaltuhr versehene Lichter sind ein kostengünstiges Mittel, um Ihre Schritte während eines nächtlichen Spaziergangs in die Küche oder auf die Toilette zu beleuchten. Probieren Sie einmal, eine kleine Taschenlampe auf dem Nachttisch aufzubewahren, damit Sie sie mitnehmen können, wenn Sie dunkle Flure oder Treppen benutzen. Bewegungsmelder, die sich automatisch einschalten, sobald eine Bewegung in der Nähe registriert wird, eignen sich hervorragend für draußen, weil sie den Gehsteig oder die Auffahrt sofort beleuchten, wenn Sie sich nähern.
  • Verbessern Sie den Halt in der Badewanne. Legen Sie eine Gummimatte in Ihre Badewanne oder Dusche, um Ausgleiten vorzubeugen. Vielleicht erwägen Sie sogar, einen Haltegriff an der Badewanne anzubringen, um das Risiko des Ausrutschens beim Ein- und Aussteigen zu reduzieren.
  • Legen Sie alles an seinen richtigen Platz. Unordnung kann Ihre Gesundheit gefährden. Denken Sie nur daran, wie oft Sie eine verlorene Sache wiedergefunden haben, indem Sie wortwörtlich darüber gestolpert sind.

Ungeklärte Blutergüsse

Falls Sie einen blauen Fleck oder mehrere Blutergüsse entdecken, die anscheinend spontan oder durch den leichtesten Druck erschienen sind, sollten Sie Ihren Haus oder Hautarzt konsultieren. Solche Blutergüsse können andere Ursachen haben, wie zum Beispiel folgende:

  • Alterspurpura. Viele ältere Leute leiden an diesen Beschwerden, die frei übersetzt "blaue Flecken der Älteren" bedeuten. Wenn der Mensch altert, wird das Kollagen (die elastischen Fasern), das der Haut und den Blutgefäßen ihre Elastizität verleiht, dünner und fängt an, auszufransen. Dadurch sickert das Blut durch die Gefäßwände aus. Die Folge: Übergroße Blutergüsse, die die ganze Länge eines Armes oder Beines bedecken können. Obwohl das Erscheinen dieser riesigen Blutergüsse furchterregend sein kann, stellen solche Beschwerden einfach einen bedauerlichen Teil des Alterns dar und sind keineswegs lebensbedrohend. Es kommt ziemlich häufig vor. Die Behandlung von Alterspurpura mit Hausmitteln unterscheidet sich nicht von der Behandlung normaler Blutergüsse. Man sollte jedoch einen Arzt konsultieren, um eine richtige Diagnose zu erhalten, da großflächige Blutergüsse auch auf andere Krankheiten hinweisen können.
  • Medikamente. Nicht nur Aspirin und Paracetamol, sondern Hunderte von rezeptpflichtigen und nicht rezeptpflichtigen Medikamenten können negative Reaktionen auslösen, de Blutergüsse verursachen oder verschlimmern können. Unter den Übeltätern: Kortisonähnliche Medikamente, die oft bei der Behandlung von Entzündungen eingesetzt werden; einige Antibiotika und bestimmte Herzmedikamente. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker wenn Sie vermuten, dass Ihre Blutergüsse irgendwie mit einem Medikament zusammenhängen, das Sie einnehmen.
  • Blutstörungen. Hämatologische, d.h. mit dem Blut zusammenhängende Probleme, wie zum Beispiel eine niedrige Thrombozytenzahl, können sich zuerst durch Blutergüsse zeigen. (Thrombozyten sind die Blutzellen, die wesentlich dazu beitragen, das Blut zum Gerinnen zu bringen.) Blutergüsse können auch ein Zeichen für Leukämie, d.h. Blutkrebs, sein.
  • Vitamin-K-Mangel. Vitamin K ist eine wesentliche Voraussetzung für richtige Blutgerinnung. Vitamin-K-Mangel kann sich durch Blutergüsse äußern.

Der obige Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose.

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