Unter den Begriff Herz- und Kreislaufkrankheiten fallen Erkrankungen der Kreislauforgane. Diese haben eine besondere Bedeutung dadurch, dass nicht nur die von der Krankheit befallenen Organe, Herz, Arterien, Venen und Kapillaren in Mitleidenschaft gezogen werden, sondern indirekt auch alle anderen Organe und Gewebe des Körpers.

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Es kommt zu

  • Verringerung der Blutzufuhr
  • Störung der Blutabfuhr (Stauung)

Dies führt zu

  • Leistungsverminderung der betroffenen Organe
  • evtl. Gewebezerfall, Nekrose, bei längerer Kreislaufunterbrechung.

Wichtige Symptome und Untersuchungen

Puls

Pulskontrollen werden meist an folgenden Arterien durchgeführt:

  • Radialisarterie (Speichenschlagader als Ort der üblichen Kontrolle)
  • Halsschlagader
  • Schläfenschlagader
  • Leistenschlagader
  • Kniekehlenschlagader (Bei Kontrollen der Durchblutungsverhältnisse des Beins)
  • Fußrückenschlagader (Bei Kontrollen der Durchblutungsverhältnisse des Beins)

 

Zu beachten sind:

  1. Pulsfrequenz (Anzahl der Schläge pro Minute)
  2. Pulsrhythmus
  3. Pulsqualität.
Pulsfrequenz

In der Regel beträgt die Frequenz 60 - 80 Schläge pro Minute in Ruhe.

Eine Tachykardie liegt vor, wenn die Anzahl der Pulsschläge mehr als 100 pro Minute beträgt.

 

Ursachen:

  • Erhöhter Sauerstoffbedarf des Organismus verursacht durch:
    • körperliche Anstrengung
    • Fieber
    • Überfunktion der Schilddrüse
  • herabgesetzte Fähigkeit des Blutes Sauerstoff zu transportieren, verursacht durch:
    • Schock
    • schwere Blutung
  • mengenmäßig ungenügender Transport von Blut, verursacht durch:
    • verminderte Leistungsfähigkeit des Herzmuskels. Es gelangt dabei nicht mit jedem Schlag genügend Blut in den Kreislauf. Durch Erhöhung der Schlagzahl des Herzens wird Ausgleich angestrebt.

 

Eine Bradykardie liegt vor, wenn die Anzahl der Pulsschläge weniger als 50 pro Minute beträgt.

Ursachen:

  • Störung im Reizleitungssystem des Herzens
  • Überdosierung von Medikamenten wie Digitalis, Morphium
  • erhöhter Schädelinnendruck, z. B. bei Hirntumor oder bei Schädelverletzungen.
Pulsrhythmus

Normalerweise haben wir regelmäßigen Puls.

 

Ein unregelmäßiger Puls hat folgende Ursachen:

  • Meist sind Herzkrankheiten. die Ursache. Bei unregelmäßigem Puls kann die Zahl der Pulsschläge niedriger sein als die Zahl der Herzschläge, da nicht jedes Mal, wenn die Kammer sich zusammenzieht, eine Pulswelle entsteht. Man spricht dann von einem Pulsdefizit. Es kann durch Zählen des Pulses und der Herzfrequenz festgestellt werden.

 

Pulsqualität

Die Pulsqualität ist bedingt durch:

  • die Menge des strömenden Blutes,
  • die Herzleistung,
  • den Zustand der Gefäße und
  • die Blutdruckverhältnisse.

 

Der Gesunde hat einen vollen, kräftigen Puls.

Harter Puls

Ursachen:

  • Bluthochdruck
  • starre Gefäße (Arteriosklerose)

 

Fadenförmiger Puls

Ursache:

  • Kreislaufschwäche.

 

Weicher Puls

Ursache:

  • Tiefer Blutdruck, z. B. 
    • bei Blutverlust
    • bei Schock.

 

Blutdruck

Normalwerte:

  • Systolischer Blutdruck:  100 - 140 mm Hg
  • diastolischer Blutdruck: 60 - 80 mm Hg

 

jeweils in Ruhe gemessen.

Die Blutdrucksteuerung erfolgt durch:

  • das Nervensystem
  • die innere Sekretion (Hypophyse, Nebennieren)
  • die Nieren.

 

Hypertonie (Bluthochdruck)

  • Systolisch mehr als 150 mm Hg
  • diastolisch mehr als 95 mm Hg

 

Unter Hypertonie versteht man im allgemeinen den Hochdruck im großen Kreislauf, wie er auf Grund der Messung an der Armarterie festgestellt werden kann.

Ein Hochdruck im Lungenkreislauf bedeutet Ansteigen des Drucks in der Lungenarterie, der jedoch nicht ohne weiteres gemessen werden kann.

Hypotonie (Erniedrigung des Blutdrucks unter die Norm)

 

  • Systolisch unter 100 mm Hg
  • diastolisch unter 60 mm Hg

 

Ödeme

--->Gefäßkrankheit

Herztöne

Sie werden durch Abhören des Herzens (Auskultation) untersucht. Dabei können außer Frequenz und Rhythmus der Herztöne auch abnorme Herzgeräusche festgestellt werden, wie sie bei Herzfehlern vorkommen.

Elektrokardiogramm (EKG)

Bei einem Elektrokardiogramm werden die bei der Erregung des Herzmuskels entstehenden elektrischen Ströme aufgezeichnet. Der Patient wird an Armen, Beinen und auf der Brustwand über Kabel mit einem Apparat verbunden, der diese Ströme von sehr geringer Stärke zu Papier bringt. Wichtig sind die Frequenz, Regelmäßigkeit und Form des Erregungsablaufs.

Das EKG ist wichtig bei der Diagnose des Herzinfarkts und bei Störungen des Herzrhythmus.

Laboruntersuchungen

Bei Herzinfarkt treten, als Folge der Nekrose der Herzmuskelzellen, im Blut vermehrt gewisse Enzyme auf, die im Labor festgestellt werden.

Weitere Informationen in den Artikeln über

  • Herzkrankheit
  • Kreislaufkrankheit
  • Gefäßkrankheit
Der obige Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose.