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Das Fieber (aus dem lateinischen febris) beschreibt einen Zustand erhöhter Körperkerntemperatur, der meistens als Begleiterscheinung der Abwehr gegen gegen eindringende Viren, lebende Mikroorganismen oder andere als fremd erkannte Stoffe auf.

Hausmittel zur Therapie

Sie sind nassgeschwitzt. Ihr Kopf dröhnt vor Schmerzen, und was noch schlimmer ist, es fühlt sich an, als ob jemand seine Daumen auf Ihre Augenlider drückt. Erst ist Ihnen heiß, im nächsten Augenblick zittern Sie. Sie legen ein Thermometer unter die Zunge und das Quecksilber steigt auf 38,5°C. Ja, Sie haben Fieber.

Um zu verstehen, was es bedeutet, Fieber zu haben und was man dagegen tun soll und was nicht, muss man erst einmal wissen, wie der Körper die Temperatur regelt. Selbst bei der sogenannten "normalen" Körpertemperatur kann es Unterschiede geben. (Übrigens hat jeder Temperatur. Erst wenn diese den normalen Wert übersteigt und dort bleibt, ist es Fieber). Das natürliche Temperaturkontrollsystem des Körpers, welches sich in einer winzigen Struktur im unteren Teil des Gehirns befindet, Hypothalamus genannt, ist normalerweise konstant auf etwa 37°C eingestellt. Eine normale Temperatur, oral gemessen, reicht von 35,9°C bis zu 37,2°C (rektal gemessen liegt die Temperatur etwa ein halbes Grad höher). Ihre eigene Temperatur schwankt wahrscheinlich im Laufe des Tages um mehr als ein Grad, wobei man morgens die niedrigste Temperatur und am Abend die höchste hat.

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Fieber ist keine Krankheit, sondern ein Symptom eines anderen Zustands, meist einer Infektion, die durch Bakterien, Pilzerreger, Viren, Parasiten oder sogar durch eine allergische Reaktion ausgelöst wurde. Wenn dieser Feind angreift, machen sich die weißen Blutkörperchen zur Attacke bereit und produzieren ein Protein, das sich endogenes Pyrogen nennt. Wenn diese endogenen Pyrogene das Gehirn erreichen, signalisieren sie der Hypothalamusdrüse, die Temperatur höherzustellen. Wenn die Temperatur auf höher als 37,8°C eingestellt wird, haben Sie Fieber.

Was sollten Sie tun, wenn das passiert? Hier sind einige Tips:

  • Tun Sie gar nichts. Tatsache ist, dass Fieber dem Körper eigentlich gut tun kann. Unbehandeltes Fieber begrenzt sich meistens selbst, ist relativ harmlos und steigt - entgegen der weit verbreiteten Ansicht - normalerweise nie so hoch, dass es Schaden anrichtet. Andererseits kann man durch Absenken des Fiebers auch nicht die Schwere der Krankheit verringern, im Gegenteil: Fieber scheint das Mittel des Körpers zu sein, sich gegen eindringende Organismen zu rüsten. Erhöhte Körpertemperaturen können die Immunreaktion stärken. Diese gesteigerte Immunreaktion wird durch Pyrogen bewirkt, dasselbe Protein, das die Temperaturänderung durch den Hypothalamus auslöst. Und Pyrogen hat zusätzlich die Eigenschaft, dem Blut Eisen vorzuenthalten, so dass infektionäre Organismen nicht gedeihen können.
    Indem Sie Fieber nicht behandeln, unterstützen Sie vielleicht die natürliche Eigenschaft des Körpers, mit Infektionen fertigzuwerden. Es gibt natürlich einige wichtige Ausnahmen zu dieser "Tun Sie gar nichts Regel" (siehe "Wann sollten Sie zum Arzt gehen?" für weitere Informationen darüber, wann Sie einen Arzt rufen sollten). Außerdem gibt es noch einige Mittel und Tipps, wie Sie sich Linderung verschaffen können, wenn Sie sich wirklich schlecht fühlen.
  • Tragen Sie bequeme Kleidung. Hören Sie auf Ihren Körper, er sagt Ihnen, was Sie anziehen sollen. Wenn Sie anfangs, wenn das Fieber steigt, frieren, mummen Sie sich warm ein, wenn Sie sich dann wohler fühlen. Andererseits. sollten Sie einige Kleidungsstücke ablegen, wenn Ihnen zu warm ist. Je weniger Kleidung Sie tragen, desto besser können Ihre Schweißdrüsen Feuchtigkeit abgeben, wodurch es Ihnen besser geht. Je weniger Kleidung Sie tragen, desto schneller sinkt das Fieber. Packen Sie Säuglinge und Kleinkinder bei Fieber nicht zu warm ein.
  • Verkriechen Sie sich nicht unter der Bettdecke. Außer wenn Sie Schüttelfrost haben, sollten Sie sich nicht unter der Bettdecke oder Daunendecke verkriechen, denn dadurch staut sich die Hitze und Sie fühlen sich noch unwohler.  Vergessen Sie alles, was Sie jemals über 'das Fieber ausschwitzen' gehört haben. Lassen Sie wieder Ihren Körper bestimmen. Wenn Sie sich unter einem leichten Laken wohler fühlen, sollten Sie sich auch nicht unter dicke Decken legen müssen.
  • Nehmen Sie ein Bad. Wenn Ihnen unangenehm warm ist, waschen Sie sich mit warmem Wasser ab oder setzen Sie sich in ein Sitzbad mit warmem Wasser und spritzen Sie sich das Wasser auf den Körper. Machen Sie die Wanne nicht zu voll, denn durch die Verdunstung des Wassers von der Haut kühlen Sie ja ab. Achten Sie darauf, dass das Wasser nicht eiskalt ist, denn das kann eine gegenteilige Wirkung haben, weil Sie dadurch zittern, so dass das Fieber wieder steigt. Meiden Sie Alkohol völlig, da dieser von der Haut aufgenommen und zu Vergiftung und Dehydrierung führen kann.
  • Trinken Sie viel. Fieber kann, besonders wenn es von Erbrechen oder Durchfall begleitet wird, zum Flüssigkeitsverlust und Elektrolytungleichgewicht führen. Nehmen Sie genügend Flüssigkeit zu sich. Kühles Wasser ist am besten, aber ungesüßte Säfte sind auch in Ordnung, wenn Ihnen das besser schmeckt. Es kann manchmal schwierig sein, Kinder dazu zu bewegen, viel Wasser zu trinken. Probieren Sie Eis am Stiel oder Wassereis.
  • Zwingen Sie sich nicht zum Essen. Zwingen Sie sich nicht zum Essen, wenn Sie bei Fieber keinen Hunger haben. Ihr Körper wird sich schon melden, wenn es Zeit zum Essen ist. (Für Ihren Genesungsspeiseplan siehe "Essen Sie sich gesund.") Achten Sie jedoch darauf, dass Sie genügend trinken.
  • Nehmen Sie zwei Aspirin. Fiebersenkende Arzneimittel spüren das Pyrogen auf und setzen es außer Kraft. Aspirin und Paracetamol sind beides fiebersenkende Medikamente. Geben Sie jedoch "niemals einem Kind Aspirin, wenn es an einer der folgenden Krankheiten erkrankt ist oder wenn Verdacht auf eine der folgenden Krankheiten besteht: Windpocken, Virusgrippe oder sogar eine leichte Atemwegserkrankung. Dies kann eine möglicherweise tödliche Reaktion auslösen, die Reye-Syndrom heißt. Halten Sie sich bei Kindern an Paracetamol und folgen Sie genau der Packungsanweisung.

So messen Sie Fieber

Sich an die Stirn zu fassen gibt Ihnen noch nicht den geringsten Anhaltspunkt über Ihre Körpertemperatur. Sie müssen ein Fieberthermometer benutzen, um eine genaue Messung zu bekommen.
Es gibt zwei grundlegende Arten von gläsernen Fieberthermometern: Orale und rektale Thermometer. Der einzige Unterschied besteht in der Form der Spitze: dünn und lang beim oralen und kurz und dick beim rektalen Thermometer. Rektale Thermometer sind genauer, orale können aufgrund mehrerer Faktoren abweichen, z.B. durch das Atmen durch den Mund, Rauchen, oder einfach durch kalte oder warme Getränke. Rektale Messungen sind in der Regel um etwa ein halbes Grad Celsius höher als die orale Temperatur (Wenn keine dieser beiden Methoden günstig ist, kann die Temperatur auch dadurch gemessen werden, dass man ein orales Thermometer mindestens zwei Minuten unter den Arm hält. Das Ergebnis der Messung durch diese Methode liegt meistens etwa ein halbes Grad Celsius niedriger als die orale Temperatur.) Glasthermometer haben mehrere Nachteile: Sie können beim Gebrauch oder sogar im Mund zerbrechen. Wenn ein Thermometer im Mund zerbricht, brauchen Sie sich jedoch keine Sorgen zu machen, denn es befindet sich nur eine geringe Menge Quecksilber in der Röhre. Sorgen Sie nur dafür, dass Sie alle Glassplitter vorsichtig aus dem Mund entfernen. Glasthermometer müssen auch auf etwa 35,6 °C heruntergeschüttelt werden, um die Körpertemperatur richtig messen zu können. Andererseits haben diese Thermometer auch einen großen Vorteil: Sie sind billig.

Praktischer, aber auch teurer, sind die digitalen Thermometer, die die Temperatur bis auf ein zehntel Grad genau messen. Diese Thermometer sind auch schnell. Es dauert weniger als eine Minute, um die Temperatur zu messen, im Gegensatz zu drei Minuten beim Glasthermometer. Die meisten digitalen Thermometer haben Knopfbatterien, die bei normalem Gebrauch zwei bis drei Jahren halten.
In der Apotheke finden Sie in der Regel eine Auswahl an Glas- und digitalen Thermometern.

Essen Sie sich gesund

Wenn das Fieber nachlässt und Sie sich langsam besser fühlen, werden Sie auch wieder Hunger bekommen. Um die Nährstoffe im Körper wieder aufzustocken, sollten Sie verschiedene Nahrungsmittel zu sich nehmen, darunter Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, fettarme Molkereiprodukte, fettarmes Fleisch, Fisch und Geflügel. Je mehr Abwechslung Sie in Ihrem Speiseplan haben, umso eher können Sie Ihren Körper mit allen notwendigen Nährstoffen versorgen.
Obwohl Sie plötzlich wieder Appetit haben, sollten Sie jedoch eines beachten: Wenn Sie seit Tagen kaum etwas gegessen haben, muss sich Ihr Verdauungsapparat auch erst wieder einspielen. Essen Sie ruhig, aber essen Sie nicht so viel, dass Ihnen hinterher schlecht wird. 

Wann sollten Sie zum Arzt gehen?

Fieber nicht zu behandeln ist nicht für jeden ratsam. Obwohl Fieber von 38,9 bis 39,4 °C für sonst gesunde Erwachsene normalerweise nicht gefährlich ist, kann es für kleine Kinder jedoch sehr wohl eine Gefahr darstellen, weil sie einen Fieberkrampf bekommen können. Für ältere Menschen kann es ebenfalls gefährlich sein, da diese öfter unter Herzrhythmusstörungen oder Atemwegserkrankungen leiden. Säuglinge, Kleinkinder und alte Menschen sollten genauer beobachtet werden. Wenn das Fieber kontinuierlich steigt, sollte man den Arzt rufen. Sogar ansonsten gesunde Erwachsene sollten zum Arzt gehen, wenn ein hohes Fieber (höher als 38,9 °C) mehr als ein paar Tage anhält. Bedenken Sie auch, dass es niemals schadet, einen Arzt zu Rate zu ziehen, wenn Ihr Kind Fieber oder andere Symptome hat, die Ihnen Sorgen machen.

Siehe auch

  • Dengue-Fieber
  • Dreitagefieber
  • Feldfieber
  • Fleckfieber
  • Fünftagefieber
  • Gelbfieber
  • Gibraltarfieber
  • Insolationsfieber
  • Kindbettfieber
  • Lassafieber
  • Maltafieber
  • Mittelmeerfieber
  • Nesselfieber
  • Pappatacifieber
  • Pfeiffer-Drüsenfieber
  • Puerperalfieber
  • Q-Fieber
  • Quartanfieber
  • Rückfallfieber
  • Schwarzwasserfieber
  • Sumpffieber
  • Wechselfieber
  • Wochenbettfieber
  • Wolhynisches Fieber
  • Wundfieber
  • Zahnfieber
  • Zeckenfleckfieber
Der obige Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose.

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