Unter Erfrierung (lateinisch Congelatio) versteht man eine Schädigung des Gewebes von Lebewesen durch Kälteeinwirkung.

Therapie mit Hausmitteln

Für Wintersportfans gibt es nichts aufregenderes, als frische kalte Luft und eine Schneedecke, um Ski zu laufen, mit dem Schlitten zu fahren oder einfach nur im Schnee herumzutollen. Aber der Aufenthalt an der Luft kann ziemlich gefährlich sein, wenn Sie nicht die entsprechende Kleidung tragen, um sich vor dem Wetter zu schützen. Allerdings kann es sein, dass Sie gar nicht merken, wie kalt es wirklich draußen ist bis Erfrierungen entstehen.

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Erfrierungen treten auf, wenn die Flüssigkeit im Hautgewebe zu frieren beginnt, oder sich Kristalle bilden, wodurch der Blutkreislauf zu der betreffenden Stelle hin eingeschränkt wird. Meistens treten Erfrierungen an Händen, Füßen, Zehen, Nase und Ohren auf. Und zwar deshalb, weil, wenn die Körpertemperatur infolge einer zu langen Kälteexposition sinkt, das Herz versucht, die lebenswichtigen Organe zu schützen, indem es die Blutzirkulation im Rumpf auf Kosten der Extremitäten erhöht.
Wenn es auch ratsam ist, jeden Verdacht auf eine Erfrierung von einem Arzt untersuchen zu lassen, müssen Sie doch sofort selbst Maßnahmen ergreifen, um die betreffende Stelle wieder zu erwärmen und zu schützen. Die nachfolgenden Ratschläge können Ihnen helfen, Ihre von Erfrierungen betroffene Haut zu behandeln und sich in Zukunft vor dem Frost zu schützen.

Die Behandlung erfrorener Hautstellen

Hier steht, was Sie tun sollten - und was nicht, wenn Sie vermuten, dass sich eine Erfrierung andeutet:

  • Achten Sie auf Warnsignale. Je eher Sie die Symptome einer Erfrierung erkennen und je schneller Sie die betreffende Stelle wieder erwärmen, um so besser stehen Ihre Chancen auf eine Heilung. Zuerst wird die Haut anfangen zu kribbeln, weil sich Kristalle im Gewebe zu formen beginnen. Dann tritt ein Schmerz ein, der von einer Rötung und Schwellung der Haut begleitet wird. Die Haut beginnt zu brennen und zu jucken. Wenn Sie weiterhin der Kälte ausgesetzt wird, tritt ein taubes Gefühl ein, der Schmerz lässt nach und die Haut wird weißer und wächsern. In diesem Stadium muss sofort gehandelt werden, um Frostbrand oder ein Absterben des Hautgewebes zu verhindern.
  • Wärmen Sie sich auf - aber richtig. Wenn Sie eine Erfrierung haben, laufen Sie nicht zum nächsten Heizkörper, Ofen oder prasselnden Feuer. Die taube Extremität wird die intensive Hitze nicht spüren und so können Sie das empfindliche, geschädigte Hautgewebe mit verbrennen. Aus dem gleichen Grund sollten Sie auch keine Rotlichtlampe, Wärmflasche oder Heizkissen benutzen, um sich aufzuwärmen. Die betroffene Extremität in ein Becken oder eine Schüssel mit warmem Wasser (40° bis höchstens 43° Celsius) zu tauchen, ist die sicherste Methode, Erfrierungen zu behandeln. Wenn Ihre Finger oder Zehen wieder aufgewärmt sind, rütteln Sie ganz vorsichtig daran, um die Blutzirkulation in dieser Stelle zu erhöhen. Bei Erfrierungen an den Ohren oder der Nase sollte es genügen, einen geheizten Raum aufzusuchen, um sie zu erwärmen. Wenn nicht, legen Sie vorsichtig warme Kompressen auf die betroffene Stelle: Reiben Sie nicht über das empfindliche Gewebe.
  • Wärmen Sie sich auf - aber schnell. Experten haben. herausgefunden, dass eine möglichst schnelle Erwärmung der von Erfrierungen betroffenen Stelle eine schnellere Heilung fördert, Gewebeverlust mindert und Komplikationen wie Frostbrand - oder sogar der Verlust des Gliedmaßes vorbeugt. Eine schnelle Erwärmung mag zwar anfangs größere Schmerzen verursachen, die Rötung und Schwellung verstärken und größere Blasen hervorrufen. Aber zum Ausgleich dafür wird eine leichte bis mittelschwere Erfrierung innerhalb von ein bis zwei Wochen ausgeheilt sein.
  • Nicht erwärmen und dann wieder kühlen. Eine von einer Erfrierung betroffene Stelle erst zu erwärmen und dann wieder zu kühlen, kann einen noch größeren Schaden verursachen. Also ist es besser, mit dem Aufwärmen zu warten, bis Sie sicher aus der Kälte heraus sind, wenn Sie die verletzte Stelle nicht warmhalten können.
  • Halten Sie sich so warm und trocken wie möglich. Selbst wenn Ihre Kleidung trocken ist, kann sie kalt genug sein, um eine Aufwärmung zu verhindern. Nasse Kleidung hält noch mehr Wärme ab und sollte entfernt werden. Wenn sie jedoch draußen im Kalten sind und keine Möglichkeit haben, schnell an einen warmen Ort zu kommen, sind Sie bestimmt besser beraten, einfach etwas Warmes über das zu ziehen, was Sie bereits anhaben.
  • Kauern Sie sich mit jemanden zusammen. Die Körperwärme eines Freundes kann Ihnen helfen, sich aufzuwärmen.
  • Trinken Sie viel. Warme und lauwarme Flüssigkeiten zu sich zu nehmen verbessert Ihr Befinden und, was noch wichtiger ist, es beugt einer Dehydrierung vor, die Ihre Erfrierungen verschlimmern könnte. (Eine Dehydrierung macht Sie auch erst einmal anfälliger für Erfrierungen.) Essen Sie jedoch keinen Schnee. Und meiden Sie alkoholhaltige Getränke, die tatsächlich den Flüssigkeitsverlust noch verstärken.
  • Heben Sie die betroffene Stelle an. Das verringert Ödeme oder Schwellungen an der betroffenen Stelle. Das ist wichtig, weil Schwellungen die Blutzirkulation beeinträchtigen, die für die Heilung wichtig ist.
  • Benutzen Sie keinen Schnee. Das ist nur ein altes Volksmärchen. Erfrierungen mit Schnee oder Eis einzureiben, schädigt die Hautzellen und führt möglicherweise zu Frostbrand.
  • Von Erfrierungen betroffene Stellen auf keinen Fall reiben oder massieren. Das führt auch zu einer verstärkten Schädigung der Haut.
  • Lassen Sie Ihre Füße ruhen. Wenn möglich vermeiden Sie das Gehen, wenn Ihre Zehen von Erfrierungen betroffen sind. Wie jede andere von Erfrierungen betroffene Stelle müssen sie ruhiggestellt werden, um eine gute Heilung zu gewährleisten.
  • Halten Sie Ihren Finger oder Zeh entfernt von den anderen. Benutzen Sie sterile Gaze, um betroffene Zehen oder Finger zu separieren. Das hilft, das empfindliche Gewebe ruhigzustellen, welches, wenn es Blasen wirft auch leicht dazu neigt, an etwas anderem festzukleben.
  • Eine Lösung gegen Blasen. Während des Erwärmungsprozesses können sich Blasen bilden und wochenlang bleiben. Wenn das auftritt, mischen Sie Burrows Lösung (abgepackt oder als Tablette in Apotheken rezeptfrei erhältlich) wie in der Gebrauchsanweisung angegeben mit warmem Wasser (zwischen 40' und 43" Celsius) und geben die Lösung mit Hilfe von Kompressen auf die Blasen. Lassen Sie die Kompresse 15 bis 20 Minuten aufliegen und wiederholen Sie das alle zwei bis drei Stunden, bis die Blasen auszutrocknen beginnen.

Erfrierungen vorbeugen

Mit ein wenig Vorausplanung und Vorbereitung können Sie Ihre Haut schützen und Erfrierungen vorbeugen. Und zwar so:

  • Tragen Sie Kleidung, die speziell für kaltes oder nasses Wetter gemacht wurde. Die ideale Oberbekleidung schützt Sie mit einer dicken Luftschicht vor dem Wetter. Locker gewebte dicke Wolle und Acrylfasern sind eine gute Wahl. Experten empfehlen auch Kleidung aus Thinsulate, Hollofil, Gore Tex oder anderen "High-Tech"-Materialien, die hilfreich sein können, Sie sowohl warm als auch trocken zu halten.
  • Halten Sie Ihren Kopf bedeckt. Vom Nacken aufwärts können Sie einen bedeutenden Teil Ihrer Körperwärme verlieren, so Litt. Das kommt von der überproportional hohen Blutzirkulation in diesem Abschnitt. Deshalb ist es richtig, wenn man sagt, dass man einen Hut anziehen soll, wenn einem die Füße kalt werden. Tragen Sie eine Wollmütze, einen Schal und Ohrenschützer, um den ganzen Körper warmzuhalten.
  • Tragen Sie lagenweise Kleidung. tragen Sie für die Hände und Füße einen Futterstoff aus Polypropylen unter Wollsocken, beziehungsweise unter Fausthandschuhen mit Daunen. Tragen Sie ein leichtes Hemd unter einem dickeren, darüber eine Chinchilla-Jacke und zum guten Schluss noch eine wasserdichte Windjacke. Schuhe mit einem separaten, abtrennbaren Futter aus Filzstoff oder Gore-Tex sind auch empfehlenswert. Experten sind sich einig, dass die Kleidung und das Schuhwerk nicht eng sein sollten. Zu enge Stulpen und Stiefel zum die Blutzirkulation in den Extremitäten einschränken. Stiefel, die bestens passen, lassen Ihnen selbst wenn Sie Beispiel können ein zusätzliches Paar Strümpfe tragen, noch gerade genug Raum, um Ihre Zehen zu bewegen.
  • Legen Sie Butterbrottüten in Ihre Stiefel. Die Tüten agieren als Barriere, um Ihre Füße trockenzuhalten, wenn Ihre Stiefel nass werden sollte.
  • Kreisen Sie Ihre Hände. Wenn Ihre Finger zu kribbeln beginnen, lassen Sie Ihre Hände schnell aus dem Handgelenk heraus kreisen. Die Fliehkraft, die Sie erzeugen, hilft, den Blutfluss in Ihre fröstelnden Finger zu erhöhen.
  • Ernähren Sie sich richtig und ruhen Sie sich ausreichend aus. Mangelhafte Ernährung oder Erschöpfung können das Problem verschlimmern, weil dadurch Ihre Widerstandskraft geschwächt und Ihre Blutzirkulation beeinträchtigt wird, was Sie anfälliger für Erfrierungen macht. Bei anstrengenden Aktivitäten im Freien nehmen Sie Lebensmittel, die komplexe Kohlenhydrate und Fette enthalten, wie z.B. in Nudeln oder in Nüssen, für Langzeitenergie und Monosacharide, wie in Süßigkeiten, für einen schnellen Energieschub.
  • Vermeiden Sie Alkohol. Alkohol kann Ihr Kälteempfinden beeinträchtigen. Außerdem ist Alkohol harntreibend, was zu einer Dehydrierung beitragen kann.
  • Rauchen Sie nicht. Manche Menschen machen sich eine Zigarette an, wenn es ihnen kalt wird, in dem Glauben, dass es ihnen dann wärmer würde. In Wahrheit werden durch das Rauchen die Blutgefäße verengt und die Blutzirkulation in den Extremitäten beeinträchtigt. Deshalb haben Raucher ein höheres Risiko, Erfrierungen zu bekommen.
  • Seien Sie sich bewusst, dass Medikamente eine Rolle spielen. Verschreibungspflichtige Medikamente, wie Beruhigungsmittel, und rezeptfreie Medikamente, wie Schlafmittel und Antihistamine, können ebenso Ihr Urteilsvermögen dafür beeinträchtigen, wie kalt es Ihnen geworden ist. Es gibt viele Medikamente mit dieser Wirkung: lesen Sie die Packungsbeilage oder fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, um herauszufinden, ob irgendein Medikament, welches Sie einnehmen, diesen Effekt haben könnte.
  • Berühren Sie kein Metall. In der Kälte mit Metall in Berührung zu kommen, kann zu einer unmittelbaren Erfrierung führen, weil Sie es nicht mehr loslassen können. Sollte das passieren, gießen Sie warmes Wasser (wieder zwischen 40 und 43° Celsius) über die Verletzungsstelle, um sie wieder vom Metall zu lösen.
  • Wenn Sie an einem eisigen Tag eine Panne haben, bleiben Sie im Auto. Das ist das Beste, was Sie tun können, es sei denn, Sie sind in unmittelbarer Gefahr oder können ganz in der Nähe Hilfe finden. Das Auto zu verlassen, um dem Wetter zu trotzen, erschöpft Ihre Energie und führt zur Dehydrierung. Das macht Sie anfällig für Erfrierungen und Hypothermie (siehe auch: Die Hypothermie ist eine Unterkühlung). Außerdem gehen Sie das Risiko ein, sich zu verirren. Auch können Rettungsmannschaften leichter ein Fahrzeug als eine Person in Not ausmachen. Also bleiben Sie, wo Sie sind..
  • Haben Sie immer eine Ausrüstung für den Notfall im Auto. Außer einem Erste-Hilfe-Koffer und Werkzeug für kleinere Reparaturen am Auto (z.B. für eine Reifenpanne) sollte die Ausrüstung auch Dinge enthalten, die Sie schützen. Legen Sie ein oder zwei Decken in eine Kiste, ein zusätzliches Paar Handschuhe, eine Mütze, Stiefel, Ohrenschützer und einen Pullover für jeden Mitreisenden; außerdem Kerzen und Streichhölzer. Die Taschenwärmer, wie sie von Jägern benutzt werden, können auch praktisch sein.

Die Hypothermie ist eine Unterkühlung

Wenn die Temperatur im Körper von den durchschnittlich 36.7° Celsius auf unter 35" Celsius fällt, kann eine Hypothermie auftreten. Die Symptome für Hypothermie sind Zittern, ein taubes Gefühl, Schläfrigkeit, Muskelschwäche und ein gestörter Orientierungssinn, was sich oft durch "Gemurmel und Gestotter" äußert. In schweren Fällen kann das Opfer bewusstlos werden. Hypothermie ist ein Notfall, der unverzügliche medizinische Versorgung erfordert. In der Zwischenzeit sollte das Opfer mit zusätzlichen Decken oder anderen Tüchern zugedeckt werden. Falls er bei Bewusstsein ist, sollte man ihm schlückchenweise ein warmes, alkoholfreies Getränk einflößen. Wenn das Opfer bewußtlos ist, versuchen Sie nicht, ihm Flüssigkeiten zu verabreichen.

Der obige Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose.

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