Ein Ausschlag (auch: Exanthem von griechisch exantheo, "ich blühe auf") ist ein akut auftretender Hautausschlag. Er tritt häufig bei infektiösen Allgemeinerkrankungen wie Masern, Röteln, Windpocken, Scharlach, Typhus, Hand-Fuß-Mund-Krankheit auf.

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Ausschlag oder Nesselfieber können Sie fast von allem kommen: Nahrungsmittel wie Erdnüsse oder Arzneimittel wie Penicillin oder Aspirin,
Vitaminpräparate, Hitze, Kälte, Sonnenlicht, Sport, Fieber, Stress und sogar durch das 
Reiben oder Kratzen der Haut.

Manche Substanzen lösen eine allergische Reaktion aus, die zum Ausschlag führt, während andere Arten von Ausschlag mit Allergien überhaupt nichts zu tun haben. Erdbeeren enthalten beispielsweise eine Chemikalie, die die Zellen im Körper anregt Histamine zu bilden. Histamine sind die Stoffe, die auch bei Allergien produziert werden und dafür verantwortlich sind, dass das Blutplasma in die Haut sickert und Ausschlag bildet.

Manchmal braucht man nur einen winzigen Übeltäter, um den Ausschlag auszulösen. Sie können eine Allergie gegen Fisch haben und in einem Restaurant etwas völlig anderes bestellen. Dieses Gericht wurde aber in einer Pfanne zubereitet, in der vorher Fisch gebraten wurde, und Sie bekommen Ausschlag.

Verwechseln Sie Ausschlag nicht mit anderen Hautausbrüchen. Ausschlag (Nesselfieber oder Urtikaria) entsteht, wenn Blutplasma in die Haut sickert, wodurch "Quaddeln" oder geschwollene Stellen entstehen. Sie können so klein wie ein Radiergummi an einem Bleistift oder so groß wie ein Teller sein, und meistens halten sie nur einige Stunden an. Der Ausschlag kann sich aber kontinuierlich neu bilden. Und während sich die Quaddeln bilden, jucken sie meistens.

Ein Anfall von Nesselfieber hält meist nur kurze Zeit an, oft nur ein paar Tage. (Manche Menschen werden jedoch von wiederkehrenden Ausbrüchen oder von solchen Ausschlägen befallen, die jahrelang anhalten.) Hier sind einige Tipps zur Linderung:

  • Nehmen Sie orale Antihistamine. Das (in den USA) bekannteste rezeptfreie Antihistamin ist Benadryl. Dieses Mittel kann jedoch Müdigkeit hervorrufen. Das kann aber auch etwas Gutes sein, denn der Ausschlag juckt meistens in der Nacht am schlimmsten".
  • Nicht kratzen. Man sagt, dass bei Ausschlag eine Million Kratzer nicht genügen, aber einer schon zu viel ist. Kratzen kann die lokale Entzündung verschlimmern und noch mehr Ausschlag auslösen.
  • Tragen Sie Nachts Handschuhe. Wenn Sie glauben, dass Sie sich im Schlaf kratzen werden, können Handschuhe den Schaden verhindern.
  • Bedecken Sie die betroffene Stelle. Wickeln Sie eine elastische Bandage um die vom Ausschlag betroffene Stelle, oder bedecken Sie die Stelle mit Kleidung, damit Sie mit den Fingernägeln nicht drankommen.
  • Probieren Sie eine Milchkompresse. Geben Sie kalte Milch auf einen Lappen und legen Sie diesen für jeweils 15 Minuten auf den Ausschlag. Frieren Sie die Haut nicht ein. Achten Sie darauf, dass Sie die Stelle nur kühlen.
  • Den Juckreiz "wegkühlen". Halten Sie Eiswürfel oder einen Eisbeutel in ein Handtuch gewickelt, drei bis viermal täglich jeweils fünf Minuten lang auf die Haut.
  • Nehmen Sie ein Bad. Geben Sie ein halbes Paket Natron oder oder eine Tasse Hafermehl ins Wasser.
  • Tragen Sie eine Kortisonsalbe auf. Eine rezeptfreie, einprozentige Kortisonsalbe kann den Juckreiz lindern.
  • Versuchen Sie, die Ursache zu finden. Bei unglaublich vielen Patienten wird die Ursache nie gefunden. Wir finden nur in etwa 20 bis 30% der Fälle den Grund für den Ausschlag. Beachten Sie, dass Ausschlag normalerweise etwa eine halbe Stunde nach dem Essen auftritt. Sie werden nicht am nächsten Morgen erst Ausschlag von einer Speise bekommen, die Sie am Abend vorher gegessen haben.
  • Vermeiden Sie den Auslöser. Das ist ziemlich offensichtlich. Wenn Sie wissen, dass Sie von Kälte Ausschlag bekommen, stecken Sie die Hände nicht in die Kühltruhe. Der Sprung ins kalte Wasser könnte in diesem Falle sogar tödlich sein. Wenn Sie anfällig für Ausschlag sind, dann kann dieser auch zweifellos durch Stress ausgelöst werden.
  • Behandeln Sie die zugrunde liegende Infektion. Wenn Ausschlag zu einem chronischen Problem wird, kann eine Infektion die Ursache sein. Sie haben vielleicht ohne es zu wissen eine Zahnentzündung oder eine Hefepilzentzündung. Ziehen Sie diese Möglichkeiten in Betracht und lassen Sie sich von Arzt untersuchen.
  • Lindern Sie den Druck. Ausschlag bildet sich auch oft an solchen Stellen, an denen die Kleidung eng sitzt, wie z.B. unter dem BH oder unter dem Gummizug einer Hose.
  • Tragen Sie eine Feuchtigkeitscreme auf. Wenn trockene Haut den Juckreiz verschlimmert, sollten Sie zur Linderung eine Feuchtigkeitscreme auftragen.
  • Machen Sie das Problem nicht noch schlimmer. Rezeptfreie Lotionen oder Cremes gegen Juckreiz können allergische Reaktionen auslösen. Wenn Sie auf Benadryl zum Auftragen oder auf andere, oberflächliche Produkte, die auf "-kain" enden, allergisch reagieren, dann geht es Ihnen nach der Anwendung dieser Produkte noch schlechter. Auch Galmeilotion, das alte Hausmittel gegen Juckreiz, hilft bei Ausschlag auch nicht viel.

Suchen Sie einen Arzt auf!

Viele Ausschläge sind kurzzeitige Ärgernisse, die nach ein bis Tagen von selbst wieder verschwinden. Manchmal wird Ausschlag jedoch zu einem länger andauernden Problem, oder kann auf eine ernste Krankheit hinweisen. Sie sollten einen Arzt aufsuchen oder in die Notaufnahme eines Krankenhauses fahren, wenn Sie

  • viele Schwellungen im Gesicht und auf dem Hals haben
  • unter Übelkeit oder Schwindelgefühl leiden
  • Schwierigkeiten beim Atmen haben
  • Fieber haben
  • an Gewicht abnehmen und sich unwohl fühlen
  • einen Ausschlag haben, der vier bis sechs Wochen andauert

In manchen Fällen können Krankheiten wie eine Störung der Schilddrüsenfunktion, Hepatitis, Lupus (fressende Flechte), oder sogar manche Krebsarten Ausschlag als eines der Symptome haben. Ignorieren Sie Ausschläge, die nicht heilen, auf keinen Fall. Wenn Sie schon krank sind und Ausschlag haben, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Ausschlag kann auch ein Zeichen für eine ernste innere Krankheit sein.

Die häufigsten Auslöser für Ausschlag

Nach Angaben der American Academy of Dermatology lösen folgende Nahrungsmittel am häufigsten Ausschlag aus*:

  • Erdnüsse
  • Eier
  • Nüsse
  • Bohnen
  • Schokolade
  • Erdbeeren
  • Tomaten
  • Würzmittel wie Senf, Ketchup, Mayonnaise und Gewürze
  • Frisches Obst, besonders Zitrusfrüchte
  • Mais
  • Fisch
  • Schweinefleisch

Die Arzneimittel, die am häufigsten Ausschlag auslösen sind:*

  • Aspirin (lesen Sie die Packungsbeilage von rezeptfreien Medikamenten, die Aspirin
    enthalten könnten)
  • Penicillin
  • Arzneimittel, die Sulfonamid enthalten
  • Tetracyclin
  • Kodein

* dies ist keine vollständige Liste.

 

Siehe auch:

  • Hautausschlag bei Babys
  • Blasenausschlag
  • Jodausschlag
Der obige Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose.

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