Bei einer Hautkrankheit findet der gute oder schlechte Allgemeinzustand meistens auch seinen Ausdruck in der Haut. Die Beurteilung der Haut jedes Patienten ist deshalb wichtig. Schließlich ist die Haut das größte Organ beim Menschen.

Wichtige Symptome und Untersuchungen

Elastizität

  • Schlaffe, faltige Haut
  • straffe Haut.

Farbe

  • Blass bei Anämie (Blutarmut)
  • blau (zyanotisch) bei Herz- und Lungenkrankheiten
  • gelb bei Lebererkrankungen, Gallenwegerkrankungen oder Bluterkrankungen
  • fleckig gerötet bei Ausschlägen.
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Feuchtigkeitsgrad

  • Erhöht beim Schwitzen, z. B. bei Fieber oder kolikartigen Schmerzen.

Flüssigkeitsgehalt

  • Vermindert:
    • bei Durstzuständen
    • bei Krebskranken.

Wenn man etwas Haut mit den Fingern abhebt, bleiben die Hautfalten stehen.

  • Vermehrt: d. h. Ödembildung
    • bei Störungen der Blutzirkulation (Herzkrankheiten, Krampfadern)
    • bei Nierenkrankheiten
    • bei Überempfindlichkeitsreaktionen
    • bei Hunger.

Bei Druck auf die Haut bleibt eine Delle zurück.

Juckreiz (Pruritus)

Der Juckreiz kann

  • über die ganze Körperoberfläche verbreitet sein
  • nur auf einzelne Stellen beschränkt sein.

Ursachen:

  • Hautkrankheiten
  • Lebererkrankungen
  • Zuckerkrankheit (besonders an den Schamlippen bei Frauen)
  • Alterspruritus
  • Überempfindlichkeit gegen Arzneimittel und chemische Stoffe
  • Hämorrhoiden (Juckreiz im Bereich des Anus)
  • Parasiten, z. B. Würmer und Hautschmarotzer
  • Unsauberkeit
  • Wechseljahre (Störungen im Hormongleichgewicht führen zu Juckreiz am Scheideneingang)

Durch Kratzen wird die Haut verletzt und es kommt in der Folge zu Infektionen.

Therapie:

  • Therapie des Grundleidens
  • symptomatische Therapie mit antiallergischen Mitteln.

Ausschlag (Exanthem)

Hautkrankheiten äußern sich im allgemeinen mit einem Ausschlag, dessen Erscheinungsformen sehr verschieden sein können.

Es können sich zeigen:

  • Flecken von unterschiedlicher Größe und Farbe
  • Blasen mit klarer Flüssigkeit gefüllt
  • Pusteln mit Eiter gefüllte Blasen
  • Quaddeln (Hautbezirke), die ödematös geschwollen sind und dadurch weiß erscheinen. Sie haben einen roten Rand.
  • Knötchen (Papeln)
  • Schuppen

Nässende Hautveränderungen Krusten Juckreiz und Ausschlag kommen häufig zusammen vor.

Entzündliche Rötung

Vorstufe einer eitrigen Entzündung.

Ursache:

  • Aufeinanderreiben von zwei sich eng berührenden Hautpartien (Halsfalten, Beugen, Gesäß, hinter den Ohren, unter den Brüsten). Kommt hauptsächlich bei Säuglingen und adipösen Patienten vor.

Symptome:

  • Juckreiz bis brennende Schmerzen.

Therapie:

  • Gute Hautpflege, waschen, Seife wegspülen, trocknen, pudern.

Hautkrankheiten verursacht durch Streptokokken und Staphylokokken

Ansteckende Eiterblasen (Impetigo)

Ursache:

  • Staphylokokken- oder Streptokokkeninfektion.

Symptome:

  • Bildung von Blasen, die sich in gelbliche Krusten verwandeln.
  • Auftreten im Gesicht, um den Mund, hinter den Ohren und evtl. im behaarten Kopf
  • sehr ansteckend.

Therapie:

  • Salben mit Antibiotika
  • Entfernung der Krusten durch feuchte Umschläge. 

Furunkel

Ursache:

  • Staphylokokkeninfektion der Haarbälge und Talgdrüsen.

Symptome:

  • Bildung eines bohnen- bis walnussgroßen entzündlich geröteten Knotens mit gelblicher Mitte, dem zentralen Eiterpfropf
  • Schwellung in der Umgebung.

Häufig bei Diabetikern und bei Patienten mit schlechter Abwehrlage.

Komplikationen:

  • Bei Oberlippen- und Nasenfurunkel (siehe Krankheit der Atmungsorgane)

Therapie:

  • Antibiotika
  • lokale Wärmebehandlung (Rotlicht)
  • evtl. chirurgische Eröffnung, damit Eiter abfließen kann.

Karbunkel

Ursache:

  • Verschmelzen einiger Furunkel.

Symptome:

  • Bildung eines großen, schmerzhaften, eitrig einschmelzenden Gebiets.

Therapie:

  • Wie beim Furunkel.

Wundrose (Erysipel)

Eine Wundrose ist eine meist von kleinen Wunden, Rissen, Kratzern, Schrunden ausgehende Infektion der Haut und Unterhaut.

Ursache:

  • Streptokokkeninfektion

Symptome:

  • Flammende Rötung der Haut, häufig am Gesicht und an den Beinen
  • stark gestörtes Allgemeinbefinden
  • Fieber, Schüttelfrost Schmerzen
  • Weiterverbreitung auf dem Lymphweg
  • Sehr ansteckend

Therapie:

  • Antibiotika

Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut (Allergien)

Nesselfieber (Urticaria)

Ursachen:

  • Insektenstiche
  • Seruminjektionen
  • Nahrungsmittel (Erdbeeren!)
  • Medikamente
    • Penicillin
    • Luminal u. a.

Symptome:

  • Quaddeln über den ganzen Körper verteilt, oder nur in einem bestimmten Hautbezirk auftretend
  • Juckreiz.

Therapie:

  • Beseitigung der auslösenden Ursache
  • Medikamente gegen den Juckreiz
  • Cortison zur Herabsetzung der Überempfindlichkeit.

Ekzem

Das Ekzem kommt oft zusammen vor mit anderen allergischen Erkrankungen wie Heuschnupfen und Bronchialasthma.

Ursachen:

  • In vielen Fällen
    • Färbemittel
    • Pflanzen
    • Nahrungsmittel
    • Abwaschmittel
    • Waschmittel
    • Terpentin.
  • Es gibt sog. Berufsekzeme wie
    •  Mehl- und Zementekzem.
  • Oft ist die Ursache nicht zu finden.

 Symptome:

  • Rötung
  • Juckreiz
  • bläschenförmige Veränderungen an der Haut.
  • Die Bläschen platzen, und das Ekzem wird nässend.
  • Bei chronischem Ekzem ist die Haut meist schuppig und trocken.

Therapie:

  • Fernhalten der Reizstoffe
  • lokale Behandlung:
    • Umschläge
    • Bäder
    • Cortisonsalben.

 

Hautkrankheiten verursacht durch tierische Parasiten

Krätze (Scabies)

Ursachen:

  • Infektion mit Krätzmilbe Die Milbe dringt in die Haut ein und legt Eier. Aus den Eiern schlüpfen die kleinen Milben und dringen weiter in die Haut ein. Dabei entstehen Gänge.

Symptome:

  • Starker Juckreiz nachts im Bett
  • Die Gänge befinden sich bevorzugt zwischen den Fingern, auf der Beugeseite des Handgelenks, in den Achselhöhlen und am Gesäß. Sie treten praktisch nie im Gesicht auf.
  • Der Juckreiz führt zu Kratzspuren, die den Verdacht auf Krätze hervorrufen.
  • Krätze ist sehr ansteckend. Deshalb sind in einer Familie meist mehrere Personen befallen.

Diagnose:

  • Mikroskopische Untersuchung lässt die Milben erkennen.

Therapie:

  • Der Patient wird gebadet und gebürstet, damit die Milbengänge geöffnet werden.
  • Behandlung mit einer die Milben abtötenden Lösung.

Holzböcke (Zecken)

Ursache:

  • Bei Waldspaziergängen beißen sich Zecken in der Haut fest. Zu Beginn ist eine kaum stecknadelkopfgroße Vorwölbung sichtbar. Die Zecken saugen sich voll mit Blut und werden bis etwa erbsengroß.

Symptome:

  • Juckreiz

Komplikationen:

  • Zeckenenzephalitis in gewissen Gebieten. Die Zecken sind evtl. Virusträger und können diese auf den Menschen übertragen.

Therapie:

  • Mit Öl oder Petroleum betupfen, worauf die Zecke nach einiger Zeit abfällt
  • nicht losreissen!
  • in Enzephalitis-Gebieten: Impfung.

Kopfläuse

Ursache:

  • Befall des behaarten Kopfs infolge mangelnder Haarpflege oder bei Epidemien.

Symptome:

  • Die Läuse ernähren sich mit Blut. Durch die Bisse entsteht starker Juckreiz, besonders oft hinter den Ohren.
  • Infizierte Kratzwunden
  • Die Läuseeier, die sog. Nissen, haften fest an den Haaren.

Therapie:

  • Läuse abtötendes Medikament auf dem Kopf einreiben
  • Wiederholung der Behandlung nach 8 - 10 Tagen, wenn die jungen Läuse aus den Nissen geschlüpft, aber noch nicht geschlechtsreif sind. Die Nissen werden nicht von allen Medikamenten abgetötet.

Kleiderläuse

Ursache:

  • Mangelnde Körperpflege und Verwahrlosung begünstigen die Infektion.

Symptome:

  • Juckreiz an den Bissstellen
  • Infizierte Kratzwunden
  • Die Läuse halten sich in den Kleidern auf, in der Wäsche, besonders in den Säumen.

Komplikationen:

Therapie:

  • Gründliche Reinigung des Patienten und seiner Kleider.

 Filzläuse

Ursache:

Symptome:

  • Die Läuse halten sich in der Schamgegend, am Anus, in den Achselhöhlen und evtl. an den Wimpern auf.
  • Kratzeffekte an den befallenen Stellen.

Therapie:

  • Läuse abtötendes Medikament.

Flöhe

Ursache:

  • Infektion mit Flöhen, die sich mit Vorliebe in Holzritzen und in Wäschestücken aufhalten.

Symptome:

  • Biss-Stellen, die anschwellen und jucken.

Komplikationen:

  • Übertragung von Infektionskrankheiten, z. B. Pest.

Therapie:

  • Abtötendes Medikament
  • Flöhe fangen.

Durch Pilze verursachte Hautkrankheiten

Fußpilz

Ursache:

  • Infektion der Fußsohlenhaut mit Pilzen.

Symptome:

  • Es entstehen an der Fußsohle Bläschen, die austrocknen und dann auf die Pilzerkrankung hinweisen,
  • Kleine Hautrisse zwischen den Zehen
  • Juckreiz.

Komplikationen:

  • Hautveränderungen an den Händen als Folge des Fußpilzes.
  • bläschenförmige entzündliche Herde seitlich an den Fingern.

Therapie:

  • Da der Fußpilz sehr ansteckend ist, muss auf größte Sauberkeit geachtet werden. 
  • Beim Barfußgehen bleiben Pilze oder ihre Sporen am Fußboden hängen oder auf Teppichen liegen, und andere Personen können sich damit infizieren.
  • Bettvorlagen, Badeteppiche waschen, sonnen
  • Strümpfe täglich wechseln
  • Das vom Arzt verschriebene Medikament muss im allgemeinen während mehreren Wochen bis Monaten angewendet werden.

Pilzerkrankungen können auch in den Haaren, an den Nägeln und in der Bartgegend auftreten.

Andere Hautkrankheiten

Schuppenflechte (Psoriasis)

Ursachen:

  • Unbekannt
  • Familiäre Häufung.

Symptome:

  • Feine, leicht erhabene, gerötete Stellen, die am Rande silberweiße Schuppen aufweisen und in größeren oder kleineren Herden auftreten. Bevorzugte Stellen sind Ellbogen, Knie, behaarter Kopf. Es kann auch der ganze Körper befallen sein.
  • Schubweises Auftreten.

Therapie:

  • Lösung der Schuppen mit Salben
  • Feuchtkammerverbände mit Cortisonsalben
  • Teer
  • ultraviolette Bestrahlung

Prognose:

  • Eine endgültige Heilung ist nicht möglich.

Dekubitus (Druckgeschwür)

Ursachen:

  • Schlechte Durchblutung der Haut bei zu großer Druckbelastung.
  • Dies wird begünstigt durch:
    • Kreislaufstörungen
    • Minderdurchblutung.
  • Störungen im Bereiche des Nervensystems:
    • Sensible und motorische Ausfälle
    • Fehlen der natürlichen Entlastungsbewegungen,
  • Störungen des äußeren Milieus wie 
    • Feuchtigkeit
    • Druckwirkungen
    • Gipsverbände.
  • Ernährungsstörungen:
    • Eiweißmangel schädigt die Widerstandskraft der Zelle.

Symptome:

  • Hautdefekt, der sich auch ins tieferliegende Gewebe ausdehnen kann
  • häufig Infektion des Hautdefekts.

Therapie:

  • Druckentlastung durch richtige Lagerung
  • Wundbehandlung nach ärztlicher Anordnung.

 Warzen

Ursache:

  • Viruserkrankung der Haut.

Symptome:

  • Verhornende Wucherung der Haut besonders an der Streckseite der Finger und der Hand, auf den Handtellern und Fußsohlen.

Therapie:

  • Oft heilen sie spontan ab
  • Verätzung mit Säure
  • chirurgische Entfernung.

Basaliom

Das Basaliom ist eine krebsige Entartung der Haut, die oft im Gesicht zu finden ist.

Ursache:

  • Unbekannt

Symptome:

  • Rote, erhabene Stellen, die sich vergrößern.
  • Der Tumor wächst in die Umgebung hinein.
  • Das Basaliom kann auch als Ulcus (Geschwür) auftreten.
  • Der Tumor setzt keine Metastasen.

Therapie:

  • Operation
  • Röntgenbestrahlung.

Melanom

Das Melanom ist eine bösartige Veränderung eines Leberflecks.

Ursachen:

  • Unbekannt
  • Intensive Sonneneinwirkung kann die Entstehung fördern.

Symptome:

  • Dunkelpigmentierte Hautgeschwulst, die sehr bösartig ist.
  • Kommt oft im Bereiche der untern Extremität vor.
  • Metastasen häufig in Lungen, Leber, Hirn, Knochen.

Therapie:

  • Operative Entfernung
  • Röntgenbestrahlung.

Buchliste: Hautkrankheit
Der obige Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose.