Hämorrhoiden sind Krampfadern am Darmausgang. Sie zeigen sich als knotenförmige Erweiterungen der arteriellen und venösen Gefäße am After. Innere Hämorrhoiden sind nicht sichtbar, äußere können sich beim Pressen in den Analkanal vorwölben und auch zerreißen (Blutungen). In schlimmen Fällen lassen sich die Hämorrhoiden nicht mehr zurückdrücken. Symptome: Juckreiz, Brennen, Nässen, Schmerzen, Blutung.

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Therapie

Hämorrhoiden sind geschwollene, gedehnte Venen im Inneren des Anus und Rektum. Innerliche Hämorrhoiden beulen entweder in den Afterkanal aus oder treten aus dem Anus aus, in welchem Fall sie dann "prolabiert" genannt werden. Äußerliche Hämorrhoiden kommen unter der Haut am After vor. Egal welcher Sorte, Hämorrhoiden sind lästig: Sie schmerzen, brennen, jucken, reizen den After und bluten auch sehr oft.
Die meisten Menschen leiden irgendwann einmal unter Hämorrhoiden. Die folgenden Faktoren tragen dazu bei, und einige davon können vermieden werden.

  • Gravitation. Der Mensch geht aufrecht, wodurch auf alle Venen im Körper ein Abwärtsdruck ausgeübt wird, auch im Afterkanal und im Rektum.
  • Gene. Hat ein Elternteil Hämorrhoiden, wird sein oder ihr Kind wahrscheinlich als Erwachsener auch welche entwickeln; leiden beide Elternteile darunter, ist das fast mit Sicherheit der Fall.
  • Alter. Gewöhnlich zeigen sich Hämorrhoiden erst mit zwanzig Jahren oder sogar schon früher, doch Symptome erscheinen erst in den Dreißigern oder später.
  • Verstopfung. Schwierigkeiten beim Stuhlgang können Druck auf die Venen im Afterkanal und Rektum ausüben und diese verletzen.
  • Ballaststoffarme Ernährung. Stark verarbeitete Nahrungsmittel (Produkte aus weißem Mehl, Zucker oder solche Nahrungsmittel, die reich an Fett und Eiweiß und arm an komplexen Kohlehydraten sind) führen zu einer ballaststoffarmen Ernährung und damit zu Verstopfung und zu Hämorrhoiden.
  • Übergewicht. Das zusätzliche Gewicht übt mehr Druck auf die Venen aus. Dazu essen diejenigen, die Übergewicht haben, mit Vorliebe raffinierte Nahrungsmittel und neigen zu einem ruhigeren Lebensstil.
  • Abführmittel. Der ungesunde Gebrauch dieser Mitteln führt zur Verstopfung und wird deshalb als Hauptgrund der Hämorrhoidenbildung betrachtet.
  • Schwangerschaft. Je mehr der Embryo wächst, desto mehr Druck übt er auf den Bereich des Rektum aus. Hämorrhoiden, die mit der Schwangerschaft zu tun haben, gehen in den meisten Fällen zurück, wenn das Baby geboren ist, d.h. wenn sie nicht schon vorher da waren.
  •  Sexuelle Praktiken. Analverkehr übt auch Druck auf die Venen im Afterkanal aus.
  • Längeres Sitzen. Ohne Bewegung arbeitet das Herz langsamer und das Blut in den Venen wird langsamer zurück zum Herz gepumpt.
  • Längeres Stehen. Menschen, die den ganze Tag auf den Beinen sind, sind auch den ganzen der Gravitation ausgesetzt, die an den Venen zieht.


Glücklicherweise kann man sich in den meisten Fällen bei Hämorrhoiden selbst helfen. So brauchen Sie mit niemandem darüber zu sprechen. (Wenn sie Blut entdecken, lesen Sie "Könnte es vielleicht etwas anderes sein?") Hier folgen einige der besten Mittel, um Ihrem schmerzenden Gesäß zu helfen und ein Aufflammen zu vermeiden.

  • Essen Sie mehr Ballaststoffe. Diejenigen, die viele Ballaststoffe zu sich nehmen, haben selten unter Hämorrhoiden zu leiden. Ballaststoffe durchlaufen die Verdauung, ohne von den Verdauungsenzymen berührt zu werden. Auf seinem Weg saugen sie ihr mehrfaches Eigengewicht an Wasser auf. Wenn sie zusammen mit der verdauten Nahrung den Dickdarm erreichen, produzieren sie einen Stuhl, der massig, schwer und weich ist - also leicht zu eliminieren. Die tägliche Anstrengung, um überhaupt Stuhlgang zu haben, ist der Hauptgrund für Hämorrhoiden. Nach Meinung medizinischer Experten könnte die Hälfte aller Fälle von Hämorrhoiden allein dadurch geheilt werden, indem man genügend Ballaststoffe in der Nahrung zu sich nimmt (lesen Sie "Einen Apfel am Tag" am Ende dieses Artikels).
  • Trinken Sie genug. Trinken Sie genügend Wasser, damit der Verdauungsprozess funktioniert. Mindestens acht große Gläser Wasser oder andere Getränke pro Tag werden empfohlen. Denken Sie auch daran, dass Obst und Gemüse, die wegen ihres Ballaststoffanteils für die Ernährung wichtig sind, auch viel Flüssigkeit enthalten.
  • Vermeiden Sie Schweiß und Anstrengung. Versuchen Sie nicht, den Stuhlgang zu erzwingen, wenn Sie gar keinen Drang dazu verspüren. Sie sollten auch nicht länger als nötig auf der Toilette sitzen bleiben. Versuchen Sie nicht, die Lektüre von Gestern nachzuholen, während Sie auf der Toilette sitzen. Wenn Sie bereits Stuhlgang hatten, sollten Sie es dabei belassen.
  • Hören Sie auf die Natur. Anderseits sollten Sie auch nicht zu lange warten, wenn Sie zur Toilette müssen. Je länger der Stuhl im letzten Darmteil verbleibt, desto mehr Wasser kann er verlieren, was den Stuhl hart und trocken macht. Bei dem heutigen schnellen Lebensstil bleibt für die Toilette nicht viel Zeit übrig.
  • Versuchen Sie eine andere Haltung. Manche Leute sind der Meinung, dass Hocken eine natürlichere Stellung für den Stuhlgang ist als das Sitzen, was bei unseren westlichen Toiletten meistens nicht möglich ist. "Versuchen Sie Ihre Füße auf eine kleine Fußbank zu stellen und Knie an die Brust zu ziehen.
  • Sorgen Sie für weichen Stuhl. Manchmal genügt es nicht, sich ballaststoffreich zu ernähren und mehr Wasser zu trinken, um schlimme Verstopfung zu lösen. In diesem Fall sollten Sie vielleicht Ihren Arzt um ein Abführmittel bitten, das den Stuhl weich macht (wie Colace oder Correctol) oder um ein Mittel, das einen natürlichen Füllstoff enthält (z.B. Metamucil und Effer-Syllium). Die Experten sind jedoch einig, dass ballaststoffreiche Ernährung das beste und sicherste Mittel gegen Verstopfung ist. Nehmen Sie niemals Abführmittel, die auf die Darm- oder Rektalmuskeln wirken; längerer Gebrauch dieser Produkten kann eine anhaltende Störung des Darmes zur Folge haben und den Anus reizen. Vermeiden Sie Mineralöl, da es die Aufnahme von notwendigen Nährstoffen wie Vitamin A verhindern kann. Normale Abführmittel sind eine kurzfristige Lösung, die zu langfristigen Problemen führen kann.
  • Gehen Sie spazieren. Regelmäßige Bewegung fördert die Verdauung. Es ist jedoch nicht nötig, anstrengenden Sport zu reiben, denn ein langer und flotter Spaziergang wirkt sehr gut.
  • Halten Sie sich sauber. Achten Sie darauf, dass Ihr Rektalbereich immer sauber ist. Reste des Stuhlgangs können die Haut reizen, ebenso wie raues Toilettenpapier. Spülen Sie den Analbereich auf der Toilette sitzend mit klarem Wasser ab. Vorsichtig trocken tupfen und etwas Puder darauf geben, am besten talkumfreien und unparfümierten Puder. Praktischer aber auch teurer sind fertige, feuchte Papiertücher zum Reinigen dieses Bereiches. Diese Tücher können jedoch manchmal auch die Haut reizen. Solche Tücher sind in Apotheken und Drogerien ohne Rezept erhältlich, wenn Sie sie ausprobieren möchten.
  • Gut nachspülen. Seifenreste können den After ebenfalls reizen. Spülen Sie den After nach jedem Baden oder Duschen gut ab.
  • Lassen Sie die Seife weg. Wenn Seife den Analbereich trotz vorsichtigen Spülens reizt, sollten Sie sich in der Drogerie oder Apotheke eine Reinigungscreme speziell für den Analbereich kaufen. Gemäß den Angaben auf der Packungsbeilage anwenden.
  • Probieren Sie ein Sitzkissen. Wenn Sie bei der Arbeit den ganzen Tag sitzen müssen, sollten Sie sich auf ringförmiges Kissen setzen. Solche Kissen sind nicht teuer und entlasten den empfindlichen Bereich. Sie sollten aber dennoch so oft wie möglich aufstehen und etwas herumlaufen.
  • Nehmen Sie ein Sitzbad. Setzen Sie sich in 10 cm tiefes, warmes Wasser auf Ihren Ring oder auf ein kreisförmig aufgerolltes, ausreichend großes Handtuch. Ein halbstündiges Sitzbad drei- oder viermal am Tag beruhigt entzündetes Gewebe und hilft bei Muskelkrämpfen.
  • Wärme hilft. Wenn Sie keine Zeit für ein Sitzbad haben, kann ein mit warmem Wasser angefeuchteter Waschlappen ebenfalls den Schmerz lindern.
  • Nehmen Sie ab. Wenn Sie Übergewicht haben, tun Sie Ihrer Kehrseite einen Gefallen, wenn Sie abnehmen. Natürlich tun Sie Ihrem restlichen Körper damit auch gut.

 

Die rezeptfreien "Schrumpfer"

Die in Drogerien angebotenen Präparate gegen Hämorrhoiden halten nur ein Teil von dem, was sie versprechen: kurzfristige Linderung von Schmerz und Juckreiz. Behauptungen, dass dadurch die Hämorrhoiden schrumpfen oder die gereizte Haut geheilt wird, treffen meist nicht zu, sagen Experten.
Solche Mittel sind in drei Sorten erhältlich: Reinigungsmittel, Zäpfchen, sowie Cremes und Salben. Die Reinigungsmittel sind zwar wirksam, kosten aber auch mehr als gewöhnliches warmes Wasser, das ebenso wirksam ist. Manche Experten sind der Meinung, dass Zäpfchen wenig nützen, weil sie bis in den oberen Rektum rutschen können, also weit weg von dem Ort, wo sie wirken sollen. Salben sind fettig und speichern Feuchtigkeit, was weitere Entzündungen zur Folge haben kann. Cremes, besonders Hydrokortisoncremes, wirken zwar, bei längerer Anwendung können Sie jedoch davon abhängig werden. Zudem können diese Salben die Haut dünner machen.
Obwohl es Ihnen nach dem Gebrauch solcher Präparate scheinbar besser geht, können sie jedoch auf lange Sicht mehr schaden als nützen. Einige dieser Produkte sollten von Menschen mit bestimmten Leiden nicht angewandt werden, wie z.B. Herzkranke oder Diabetiker. Lesen Sie also immer die Packungsbeilage des Produktes, das Sie kaufen möchten. Hinzu kommt, dass viele dieser Präparate Stoffe enthalten, die allergische Reaktionen auslösen könnten, wie z.B. Betäubungsmittel, Astringenten, Hautreizmittel und Hautschutzmittel. Solche Allergien können bei manchen Menschen noch wesentlich schlimmer sein als die Hämorrhoiden selbst.

Die Food and Drug Administration (USA) hat feste Richtlinien für Hämorrhoidenpräparate entwickelt. 

  • Borsäure ist nicht mehr zugelassen. Obwohl sie auf gesunder Haut nicht schadet, wirkt sie toxisch, sobald sie von den Schleimhäuten aufgenommen wird.
  • Schmerzstillende Mittel dürfen nicht mehr enthalten sein, da die Nerven im Rektalbereich nicht auf Schmerzen reagieren. Solche Stoffe sind also unnötig.
  • Lanolinalkohole, Lebertran und Perubalsam sind nicht mehr zugelassen. Diese Stoffe sind zwar nicht schädlich, wirken allerdings auch nicht gegen Hämorrhoiden.
  • Die Produkte müssen folgende Aufschrift tragen: "Wenn sich Ihr Zustand verschlechtert oder innerhalb von sieben Tagen nicht verbessert, sollten Sie einen Arzt aufsuchen."
  • Produkte, die behauptet, das Gewebe zu schrumpfen, müssen die Aufschrift tragen: "Dieses Produkt darf nicht verwendet werden bei Herzkrankheiten, hohem Blutdruck, Schilddrüsenkrankheiten oder Problemen beim Urinieren aufgrund vergrößerter Prostata, es sei denn, der Arzt hat die Anwendung des Medikaments verordnet."
  • Experten sind der Meinung, dass Vaseline, oder Zinkoxydsalbe oder -Puder mitunter ebenso gut wirken wie käufliche "Hämorrhoidenpräparate."

Könnte es auch etwas anderes sein?

Oft schiebt man die Schuld auf Hämorrhoiden, wenn es in Wirklichkeit andere Ursachen hat Der Juckreiz kann durch schlechte Afterhygiene, Afterwarzen, Würmer, Allergien auf Medikamente, Schuppenflechte, andere Arten von Dermatitis oder lokale Infektionen, oder zu viel Kaffee entstehen. Kleine Risse in der Haut um den After können auch Grund der Schmerzen sein.
Einfach anzunehmen, dass Blut immer von Hämorrhoiden kommt, kann ein verhängnisvoller Fehler sein. Blutungen können auch ein Anzeichen für Krebs des Kolons oder Rektums sein. Daran sterben jedes Jahr etwa 60.000 Menschen. Wenn Sie am After bluten, sollten Sie sich so schnell wie möglich untersuchen lassen. Obgleich hellrotes Bluten gewöhnlich ein Zeichen von Hämorrhoiden ist, sollten Sie sich nicht auf eine Selbstdiagnose verlassen. Wenn Sie Blut bemerken, gehen Sie vorsichtshalber zum Arzt.

Einen Apfel pro Tag

Das Wichtigste bei der Behandlung von Hämorrhoiden ist, die Ernährung umzustellen. Nehmen Sie mehr ballaststoffreiche Nahrungsmittel zu sich, aber gewöhnen Sie Ihren Magen langsam um. Eine zu schnelle Umstellung kann Blähungen, Unterleibskrämpfe oder auch Durchfall auslösen. Anfangs müssen Sie in der Regel sowieso mit Blähungen rechnen, aber das gibt sich innerhalb von ein oder zwei Wochen wieder, wenn sich Ihr Körper und die Bakterien in Ihrem Darm sich an die neue Ernährung gewöhnt haben.
Hier sind einige Nahrungsmittel, die Ihre Ballaststoffaufnahme erhöhen, wenn sie regelmäßig gegessen werden:

  • Gemüse
    • Möhren
    • Rosenkohl
    • Aubergine
    • Kohl
    • Mais
    • Grüne Bohnen
    • Salat
  • Obst
    • Äpfel
    • Orangen
    • Birnen
    • Feigen
    • Backpflaumen
    • Aprikosen
    • Rosinen
  • Getreide
    • Weizen, ganz
    • Roggen, ganz
    • Reis, braun
    • Korn, gemahlen
    • Hafermehl, unverarbeitet
    • Haferflocken,
    • Kleie, unverarbeitet
  • Hülsenfrüchte
    • Limabohnen
    • Sojabohnen
    • Kidneybohnen
    • Linsen
    • Kichererbsen
Der obige Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose.

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