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Akne (von griechisch "Spitze, Schärfe, Zenith, Akme") ist eine Sammelbezeichnung für Erkrankungen des Talgdrüsenapparates und der Haarfollikel, die zunächst nichtentzündliche Komedonen hervorbringen, im späteren Verlauf aber auch eine Reihe entzündlicher Effloreszenzen wie Papeln, Pusteln und Knoten entstehen lassen können.

Betroffen sind meist die Talgdrüsenfollikel, bei einigen Akneformen die Terminal- und Vellushaarfollikel.

Hauterscheinungen bzw. -erkrankungen, die der Akne ähneln, werden auch akneiform genannt.

Als Teenager kann man es kaum erwarten, sie loszuwerden. Als Erwachsener kann man es kaum glauben, dass sie zurückgekehrt ist. Dank der Fortschritte, die in den letzten 10 Jahren in der Behandlung von Akne gemacht wurden, brauchen Sie zum Glück heute nicht noch einmal darunter zu leiden.

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Die Gene sind dafür verantwortlich, wer Akne bekommt und wer nicht. Mit anderen Worten: Es ist möglich, dass Sie ein Hautmerkmal geerbt haben, das Sie für Akne anfälliger macht.

Jeder Mensch hat einige tausend Fettdrüsen in der Gesichtshaut, auf der Brust und auf dem Rücken. Diese Drüsen fetten die Haut, indem sie Talg oder Öl produzieren. Im Mittelteil des Gesichts befinden sich auf einer Fläche von 6.5 cm² ca. 2000 Talgdrüsen. Das Fett aus den Drüsen fließt in winzigen Kanälen zur Hautoberfläche. Manchmal werden diese Kanäle mit Talg, Bakterien und abgestorbenen Hautzellen aus der Innenseite der Kanäle verstopft. Das nennt man Akne. Sie tritt häufig in der Pubertät auf, denn während dieser Zeit sorgt der sich ändernde Hormonspiegel dafür, dass die Talgdrüsen sich vergrößern und mehr Fett produzieren. Obwohl dieser Prozess bis heute noch nicht vollständig erklärt werden konnte, so scheint doch die erhöhte Fettproduktion die Akne zu begünstigen, vielleicht durch die Ankurbelung der Produktion "klebriger" Hautzellen, die, wenn sie absterben, die Kanäle verstopfen. Die Situation verbessert sich normalerweise bis zum Ende des Teenageralters, oder aber Anfang 20.

Wer bekommt Akne?

Fast jeder männliche Teenager und ca. 80% der Mädchen im Teenageralter bekommen Akne (schieben Sie es auf die männlichen Hormone). Jungen neigen auch eher dazu, in der Pubertät sehr starke Akne zu bekommen. Im Gegensatz dazu neigen Frauen vielmehr als Männer dazu, im Alter von 20, 30 oder 40 Jahren Akne zu bekommen. Manche Ärzte machen Kosmetika und die Pille dafür verantwortlich. Frauen gehen wahrscheinlich auch viel eher zum Dermatologen als Männer.

Warum bekommen dann also Erwachsene noch Akne? Dafür gibt es verschieden Gründe, darunter: 

    • Hormone. Prämenstruelle Akne ist echt. Schwangerschaft, Änderungen im Menstruationszyklus sowie die Pille können bei Frauen Hormonschwankungen und folglich Akne hervorrufen. Bei manchen Frauen bewirken niedrig dosierte, orale Verhütungsmittel eine Verbesserung der Anke, bei manchen Frauen verschlimmern sie sie. Wenn Sie einen unregelmäßigen Zyklus und Akne haben, sollten Sie Ihren Arzt fragen, ob vielleicht abnormale Hormonpegel dafür verantwortlich sind.
    • Stress. Dermatologen sind sich darüber einig, dass ein hoher Stresspegel Auswirkungen auf den Hormonspiegel haben kann.
    • Kosmetik. Schwere, fetthaltige Grundierung kann Poren verstopfen und zu Akne führen.
    • Berufsbedingte Faktoren. Wenn Sie Mechaniker sind oder an der Friteuse der Imbissbude stehen, kann es passieren, dass Ihr Gesicht Fetten ausgesetzt ist, von denen manche Akne hervorrufen können. Manche Chemikalien am Arbeitsplatz können ebenfalls Akne auslösen.
    • Bestimmte Medikamente. Manche Medikamente, wie zum Beispiel Dilantin (wird bei der Behandlung von Epilepsie angewandt), können Akne hervorrufen.

    Egal woher Ihre Akne kommt, es gibt Mittel, mit denen Sie Ihre Haut klären können.

    Richten Sie keinen Schaden an. Mit anderen Worten, nicht kratzen, drücken, reiben oder auf eine ähnliche Weise versuchen, die Pickel loszuwerden. Damit riskiert man nur die Verbreitung der Bakterien und erhöht die Wahrscheinlichkeit, Narben zu bekommen. Der Stopfen auf der Pore ist wie ein Luftballon. Man kann ihn zwar platzen lassen, aber der Talg, die Bakterien und Hautzellen unter der Oberfläche können sich dann auf der umliegenden Haut verteilen und dort Entzündungen hervorrufen.

    Verwenden Sie Benzoyl-Peroxyd. Viele nicht rezeptpflichtige Produkte enthalten diesen Wirkstoff, der dazu beiträgt, den Stopfen aus abgestorbenen Hautzellen, Bakterien und Fett in den Poren aufzulösen sowie Bakterien abzutöten. Beginnen Sie mit der niedrigsten Dosis und steigern Sie diese langsam, besonders wenn Sie empfindliche Haut haben. Je höher die Konzentration, desto mehr kann sie Ihre Haut reizen. Tragen Sie die Salbe ein- bis zweimal pro Tag auf. Wenn die Haut zu sehr austrocknet, wird eine leichte Feuchtigkeitscreme empfohlen.

    Probieren Sie auch mal ein anderes, nicht rezeptpflichtiges Produkt. Andere Akneprodukte enthalten Schwefel oder Resorcinol, das verstopfte Poren durch Reizung der Haut auflöst. Die meisten Dermatologen glauben jedoch, dass Benzoyl-Peroxyd das effektivste, nicht rezeptpflichtige Produkt ist.

    Tragen Sie nicht rezeptpflichtige Produkte zur Vorbeugung auf. Tupfen Sie das Produkt nicht nur auf bestehende Akne, tragen Sie es auf akneanfällige Bereiche auf. Das kann Ihr ganzes Gesicht (außer Lippen und Augen), Ihr Rücken oder Ihre Brust sein.

    Strapazieren Sie Ihr Gesicht nicht. Jugendliche mit fettiger Haut glauben oft, dass sie ihre Akne mit heißem Wasser und einer austrocknenden Seife wegwaschen können. Man kann zehnmal am Tag sein Gesicht waschen und trotzdem Akne haben. Akne hat mit Sauberkeit nichts zu tun. Durch Waschen wird das Fett von der Hautoberfläche entfernt, nicht jedoch aus den verstopften Kanälen. Und Erwachsene können durchaus gleichzeitig sowohl Akne als auch trockene Haut haben. Tatsache ist, wenn Sie in Ihren Säuberungsbemühungen zu aggressiv vorgehen, können Sie die empfindliche Gesichtshaut austrocknen oder Reizungen verursachen.

    Waschen Sie sich richtig. Wie macht man das? Verwenden Sie eine milde Seife. Dove (unparfümiert), Tone, Basis oder Neutrogena sind geeignete Seifen. Leicht mit den Fingerspitzen verreiben und mit warmem Wasser abspülen. Keinen Waschlappen verwenden. Wenn Sie fettige Haut haben, verwenden Sie eine Seife mit Benzoyl-Peroxyd, weil diese austrocknende Eigenschaften besitzt. Ein bis zweimal pro Tag waschen genügt.

    Die Haut nicht abrubbeln. Dies bezieht sich auf das Entfernen der obersten Schicht abgestorbener Hautzellen. Manche Dermatologen empfehlen einen rauen Waschlappen oder ein spezielles Produkt, um genau das zu tun.  Verwenden Sie keine Bürsten, rauen Schwämme, gekörnten Reiniger, Walnussschalen oder etwas anderes, ähnliches auf Ihrer empfindlichen Gesichtshaut. Für Brust und Rücken, wo die Haut nicht so empfindlich ist, können Sie einen speziellen Akne-Rubbelschwamm ausprobieren, zusammen mit einer Benzoyl-Peroxyd-haltigen Seife.

    Meiden Sie ölhaltige Produkte. Dies gilt für fettige Pomaden für die Haare, schwere Cremes auf Ölbasis und sogar ölhaltige Reiniger.  

    Verwenden Sie Make-up auf Wasserbasis. Wenn sich der Inhalt der Flasche in Wasser und Puder trennt, dann ist es Make-up auf Wasserbasis. Wenn nicht, enthält es Öl. Bei Augenmakeup und Lippenstift spielt der Ölgehalt keine Rolle, weil man in diesen Regionen normalerweise keine Akne bekommt.

    Verzichten Sie auf die Gesichtsbehandlung. Die meisten Personen, die Gesichtsbehandlungen durchführen, wurden nicht dafür ausgebildet, akneanfällige Haut richtig zu behandeln und somit oft mehr Schaden als Gutes anrichten.

    Stützen Sie Ihr Kinn nicht in Ihre Hände. Versuchen Sie, nicht ständig mit den Händen ins Gesicht zu fassen. Menschen, die viel telefonieren, bekommen oftmals Akne am Kinn. Es begünstigt die Akne , genauso als ob man an den Pickeln kratzt. Enge Schweißbänder und Kinnriemen von Sportausrüstungen haben den gleichen Effekt.

    Saugen Sie das Öl auf. Manche Kosmetikfirmen stellen ein Papierprodukt her, das man auf die Haut drücken kann, um das Öl aufzusaugen. Es ist ein sehr einfaches Verfahren. Es hilft zwar nicht der Akne, reduziert aber die Fettigkeit, die als störend empfunden wird.

    Schützen Sie sich vor Sonne. Früher war man der Meinung, dass Sonneneinstrahlung bei Akne hilft. Zuviel Sonne kann jedoch zu Hautkrebs und frühzeitiger Hautalterung führen. Das Risiko ist dabei also größer als der Nutzen. Schützen Sie die Haut mit einer Sonnencreme mit Sonnenschutzfaktor (SSF) 15 oder höher. Nehmen Sie am besten einen Sonnenschutz ohne Öl oder einen nichtkomedogenen Sonnenschutz. Leider neigen viele wasserfeste Produkte dazu, die Talgdrüsen bei Verwendung im Gesicht zu verstopfen. Sie müssen daher also Ihren Sonnenschutz immer wieder neu auftragen.

    Sorgen Sie sich nicht um Ihre Diät. Es ist nicht bewiesen, dass Schokolade, Pommes Frites oder andere Nahrungsmittel in irgendeiner Weise Akne bei Teenagern hervorrufen. Der Verzehr von Schokolade, Nüssen oder fettigen Speisen ist nicht für die Pickel in Ihrem Gesicht verantwortlich. Sollten Sie andererseits jedoch einen Zusammenhang zwischen einem bestimmten Nahrungsmittel, das Sie gegessen haben, und vermehrter Aknebildung im Gesicht beobachten, empfehlen die meisten Dermatologen, dieses Nahrungsmittel zu meiden.

    Achten Sie auf Jod. Es ist zwar noch immer umstritten, aber manche Ärzte glauben, dass hohe Dosen Jod, wie z.B. in manchen Multivitaminpräparaten und Jodsalz, Akne begünstigen.

    Wie hilft der Arzt bei Akne?

    Mit den heute erhältlichen Medikamenten braucht niemand mehr unter schwerer Akne zu leiden. Hartnäckige Akne kann das Selbstbewusstsein und das Selbstvertrauen negativ beeinflussen. Die psychologischen, sozialen und sexuellen Auswirkungen von Akne sind sehr stark erkennbar, und die sozialen Konsequenzen können schlimm sein. Kinder sollten von einem frühen Alter an behandelt werden, wenn die ersten Anzeichen von Akne auftreten, besonders dann, wenn ihre Eltern unter schwerer Akne litten. 

    Wann sollten Sie Ihre Akne von einem Dermatologen behandeln lassen? Die meisten Dermatologen beantworten diese Frage mit: "Wenn es Sie stört." In diesem Fall liegt die Entscheidung darüber, wie schwerwiegend die Akne ist, bei demjenigen, der darunter leidet.

    Sie sollten einen Dermatologen aufsuchen, wenn:

      • Sie Benzoyl-Peroxyd-haltige Produkte sechs bis acht Wochen lang verwendet und immer noch Probleme mit Ihrer Akne haben.
      • Sie Eiterpickel haben, die größer als ein Streichholzkopf sind.
      • Sie Knötchen haben, die größer als die Spitze Ihres kleinen Fingers sind.
      • Sie Narben von Ihrer Akne haben.

      Es ist besonders wichtig, einen Dermatologen aufsuchen, bevor Narben entstehen.. Die heutigen Behandlungsmethoden umfassen äußerliche und orale Antibiotika sowie eine Medikamentenklasse, die man Retinoide nennt. Diese Retinoide haben die Behandlung von Akne "revolutioniert". Tretinoin (Retin-A) wird auf die Haut aufgetragen, während Isotretionin (Accutane) oral eingenommen wird. Schwangere Frauen sollten Isotretinion nicht nehmen; es verursacht nachweislich Geburtsschäden. Isotretinion gilt als allerletzte Behandlungsmaßnahme, ist aber besonders bei zystischer Akne sehr wirksam. Eine Behandlungsreihe genügt normalerweise 

      Formen der Akne:

Der obige Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose.

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