Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) ist eine Erkrankung der Drüsen, die gekennzeichnet ist durch Blutzuckererhöhung (Hyperglykämie), Zuckerausscheidung im Harn, Durst, große Harnmengen, Gewichtsabnahme trotz gesteigerter Nahrungsaufnahme, Mattigkeit, Kraftlosigkeit, Neigung zu Hauterkrankungen, Harnwegsinfekten und schlecht heilenden Wunden. Der Grund der Zuckerkrankheit liegt im Insulinmangel. Dadurch entsteht eine Herabsetzung der Zuckeraufnahme in die Körperzellen.

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Zuckerkrankheit

Die Zuckerkrankheit ist eine chronische, nicht heilbare Stoffwechselkrankheit, die hauptsächlich den Zuckerstoffwechsel betrifft. Sie beruht auf einem absoluten oder relativen Mangel an Insulin. Dabei kann die Glukose in der Leber nicht in die Speicherform Glykogen umgewandelt werden. Auch kann Glukose nicht in die Muskelzellen aufgenommen werden. Zur Energiegewinnung werden anstelle von Zucker Eiweiß und Fett verwendet. Es entstehen daraus unvollständig abgebaute Stoffwechselprodukte, wie Aceton; zudem nimmt der Säuregehalt des Blutes zu.

Als Folge der gestörten Zuckerverwertung ist der Glukosegehalt des Blutes erhöht, der Blutzuckerspiegel liegt über dem Normalwert von 60 - 100 mg % = 4 - 6 mmol/l. Die Niere kann dann nicht mehr alle Glukose aus den Nierenkanälchen rückresorbieren, im Urin wird Zucker ausgeschieden.

Ursachen:

  • Vererbung
  • Übergewicht begünstigt das Auftreten
  • Virusinfektion
  • Bildung von Abwehrstoffen des Körpers gegen das Pankreas (Autoimmunreaktion)

Symptome:

  • Durst
  • Zuckerausscheidung im Urin
  • große Urinmenge, weil zur Ausscheidung des Zuckers große Flüssigkeitsmengen nötig sind
  • Müdigkeit, Schwäche
  • Gewichtsverlust, besonders bei Jugendlichen
  • Juckreiz
  • erhöhter Blutzuckerspiegel
  • verminderte Abwehr gegen Infektionen
  • Neigung zu Furunkulose, Tbc, Soor u. a.

Diagnose:

  • Oft wird die Zuckerkrankheit durch Zufall festgestellt
  • durch erhöhten Blutzuckerspiegel und Zuckerausscheidung im Urin.

Formen des Diabetes mellitus:

Typ I = insulinabhängiger Diabetes

Auftreten im frühen Kindesalter oder im frühen Erwachsenenalter (um 35 Jahre)

Typ II = nichtinsulinabhängiger Diabetes

  • ohne Übergewicht
  • mit Übergewicht Auftreten vorwiegend im Erwachsenenalter.

Komplikationen:

  • Bewusstlosigkeit: Koma wegen zu hohem oder zu niedrigem Blutzuckerspiegel.
  • Hyperglykämisches Koma (Diabetisches Koma) durch Überzuckerung

Ursachen:

  • Zu wenig Insulin gespritzt, z. B. bei Vergessen einer Insulinspritze!
  • Diätfehler, zu viel Kohlenhydrate gegessen
  • Infektion
  • Unfall
  • seelische Belastung
  • zu wenig Bewegung
  • Verschlimmerung des Diabetes.

Symptome:

  • Durst
  • große Urinmenge
  • Übelkeit
  • Ausscheidung von Zucker und Aceton im Urin
  • Übersäuerung des Blutes infolge vermehrten Fettabbaus
  • vertiefte Atmung
  • Kussmaul'sche Atmung
  • zunehmende Schläfrigkeit bis zur Bewusstlosigkeit
  • Exsikkose, die zum Schockzustand führen kann.

Therapie:

  • Sofort Arzt rufen!
  • Infusion mit Insulin.

Hypoglykämisches Koma (Unterzuckerung)

Der Blutzuckerspiegel sinkt unter den unteren Normalwert ab, d. h. unter 4 mmol/l Glukose (bisher 60 mg % Glukose). Das Gehirn reagiert am empfindlichsten auf den Zuckermangel, der Patient kann bewusstlos werden.

Ursachen:

  • Die gespritzte Insulinmenge war zu hoch
  • bei gleicher Insulinmenge hat der Diabetiker nicht rechtzeitig genügend gegessen
  • ungewohnt große körperliche Arbeit bei unveränderter Insulinmenge.

Symptome:

  • Erregung, Zittern
  • allgemeines Unwohlsein, Schwäche
  • Hungergefühl
  • Kopfschmerzen
  • Schwitzen
  • Tachykardie
  • Verwirrtheit
  • Bewusstlosigkeit.

Therapie:

  • Sofortige Zufuhr von Zucker in Form von Würfelzucker, gesüßtem Saft oder Zwieback
  • evtl. Glukose intravenös
  • evtl. Glukagon.

Ein Koma ist bei einem Diabetiker stets eine sehr ernste Situation, die sofortiges Eingreifen verlangt. Bei Unklarheit ist es besser, vorerst Zucker zu verabreichen, z. B. Würfelzucker in die Backentasche legen.

Spätfolgen:

  • Diabetes fördert die Arteriosklerose; als Folge davon treten arteriosklerotische Kreislaufstörungen auf, sowie besonders beim älteren Diabetiker:
  • Erkrankung der Augen: Schädigung der Netzhautgefäße mit schwerer Beeinträchtigung des Sehvermögens bis zur Erblindung. In anderen Fällen Linsentrübung.
  • Nervenschäden
    • Hartnäckige Nervenentzündung und Störung der Gefühlswahrnehmungen
    • Reflex-Störungen
    • Abnahme der Muskelkraft
    • Störungen der Darm- und Harnblasentätigkeit.
  • Nierenschädigungen Veränderungen der kleinen Gefäße in den Nieren einerseits oder schwere Pyelonephritis andererseits können zu Nierenversagen führen.

Therapie:

  • Diabetes mellitus ist nicht heilbar und muss dauernd behandelt werden.
  • Wichtig ist die genaue Aufklärung des Diabetikers. Er muss Zucker und Aceton im Urin kontrollieren, sowie den Blutzucker.
  • Diät: Kohlenhydrate (Brotwerte) und Kalorien (Joule) werden eingeschränkt. Es soll das Normalgewicht des Patienten erreicht werden. Im übrigen benötigt der Diabetiker eine normale Eiweißmenge und auch eine gewisse Menge Fett in seiner Ernährung. Die fest gelegte Diät muss streng eingehalten werden, meist wird das Essen auf 6 Mahlzeiten verteilt. Beim Diabetes vom Typ II (nichtinsulinabhängiger Diabetes) genügt oft schon Diät als einzige Behandlung.
  • Tabletten: Es handelt sich um Medikamente, die eine blutzuckersenkende Wirkung haben, weil sie die Bauchspeicheldrüse zu vermehrter Insulinbildung anregen. Die Erfahrung zeigt, dass jugendliche oder schwere Diabetiker auf diese Medikamente nicht ansprechen. Dagegen sind sie oft bei leicht bis mäßig übergewichtigen Diabetikern im mittleren oder höheren Lebensalter neben der Diät wirksam.
  • Insulin: Das Insulin wird aus Bauchspeicheldrüsen von Schwein und Rind gewonnen. Es gibt verschiedene Insulin-Präparate, die sich in der Schnelligkeit des Wirkungseintritts und in der Wirkungsdauer voneinander unterscheiden. Es gibt schnell und kurz wirkende Insulinarten und andere, die erst nach einer gewissen Zeit und sehr lange (bis ca. 32 Stunden) wirksam sind. Es können auch verschiedene Arten gemischt werden. Insulin wird subkutan gespritzt. Die Insulinart und die Insulinmenge sind genau zu kontrollieren.

Aufpassen auf:

  • richtige Insulinart
  • exakte Dosierung
  • zuverlässige, regelmäßige Injektion
  • pünktliche Nahrungsaufnahme nach der Injektion.

Bei Behandlung mit Insulin sollte der Urin nicht ganz zuckerfrei sein (Gefahr der Unterzuckerung), dagegen darf kein Aceton ausgeschieden werden. Die starke Infektionsanfälligkeit verlangt sorgfältige Hautpflege. Auch kleine Wunden können infiziert werden. Vorsicht beim Schneiden der Nägel.

  • Körperliche Aktivität: Sie ist in der Behandlung der Zuckerkrankheit ebenso wichtig wie Diät und Medikamente. Es soll täglich etwas Arbeit, z. B. in Form von Spaziergängen, geleistet werden. Die Muskeln müssen Zucker zum Verbrennen anfordern. Die körperliche Betätigung sollte alle Tage etwa gleich sein. Wenn ein Diabetiker eine ungewohnte Bergtour unternehmen will, wenn er aus irgend einem Grund bettlägerig wird, oder wenn er eine Krankheit durchmacht, die zu einer Steigerung des Stoffwechsels führt, dann muss diesen veränderten Bedingungen Rechnung getragen werden.

Bei der Einstellung eines Diabetikers muss stets berücksichtigt werden:

  • Menge der zugeführten Kohlenhydrate in der Diät
  • Ausmass der Kohlenhydratverbrennung durch die körperliche Arbeit
  • Insulinmenge.

Diät und Medikamente müssen immer dem Zustand des Patienten angepasst werden.

 

Gegenüberstellung:

a) Hyperglykämisches Koma (diabetisches Koma) infolge Insulinmangel 

b) Hypoglykämisches Koma infolge Insulinüberschuss

Beginn

a) allmählich (Stunden), starker Durst geht voraus

b) plötzlich (Minuten)

Atmung

a) vertieft

b) normal

Haut

a) trocken (Exsikkose)

b) feucht (Schwitzen)

Urin

a) Zucker + Aceton +

b) o.B.

Behandlung

a) Insulin

b) Stärke oder Zucker

 


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Der obige Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose.