Eine Krankheit der Lunge  ist eine --->Krankheit der Atmungsorgane

Lungenentzündung (Pneumonie)

Entzündung der Alveolen, die anstelle von Luft ein Exsudat enthalten. Es werden verschiedene Formen der Lungenentzündung unterschieden.

Lobäre Pneumonie

Die Lobäre Pneumonie ist die Entzündung eines Lungenlappens.

Ursachen:

  • Infektion mit Pneumokokken, die auch normalerweise im Mund-Rachen-Raum vorkommen. Sie wirken erst als Krankheitserreger, wenn auslösende Ursachen dazu kommen wie:
  • Unterkühlung
  • Quetschung von Lungengewebe
  • geschwächte Abwehr bei Alkoholismus oder Kachexie.
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Symptome:

  • Plötzlicher Beginn mit Fieber bis 40°
  • häufig Schüttelfrost
  • evtl. Fieberbläschen an den Lippen
  • stechende Thoraxschmerzen, verstärkt beim Atmen und Husten
  • beschleunigte Atmung, evtl. Nasenflügeln
  • Zyanose
  • Husten mit wenig rostbraunem Auswurf.

Komplikationen:

  • Schädigung von Herz, Kreislauf- oder Atemzentrum durch Bakteriengifte
  • Rechtsherzüberlastung
  • Pleuraerguss
  • Pleuraempyem oder Lungenabszess.

 

Verlauf:

  • Ohne Behandlung bleibt das Fieber für etwa eine Woche auf 40°C und sinkt dann unter starkem Schweißausbruch ab.
  • Die Krankheitsdauer wird durch Antibiotika stark abgekürzt.
  • Bei komplikationslosem Verlauf entstehen keine Narben am Lungengewebe.

Therapie:

  • Bettruhe, Oberkörper hochlagern
  • Anfeuchtung der Atemluft
  • genügend Flüssigkeitszufuhr, wenn nötig, als Infusion
  • Antibiotika
  • fiebersenkende Medikamente
  • Hustenmittel
  • Sauerstoff auf ärztliche Verordnung
  • evtl. Herzmittel.

 

Bronchopneumonie

Bei der Bronchopneumonie treten in beiden Lungen verstreute Entzündungsherde auf (Herdpneumonie). Sie ist häufiger als die lobäre Pneumonie.

Ursachen:

  • Über die Bronchien ins Lungengewebe eindringende Bakterien wie Streptokokken oder Staphylokokken.
  • Begünstigende Ursachen:
  • vorangehende Virusinfektion, z. B. Grippe
  • chronische Bronchitis
  • Bronchiektasen
  • Emphysem
  • Asthma
  • schlechter Allgemeinzustand
  • Aspiration von Wasser, Nahrung oder Mageninhalt; es entsteht eine Aspirationspneumonie.

 

Symptome:

  • Uncharakteristischer Fieberanstieg, der bei älteren Patienten sogar fehlen kann.
  • Verschlechterung des Allgemeinzustandes
  • Husten mit eitrig
  • schleimigem Auswurf
  • Zyanose
  • Tachykardie
  • Unruhe und Verwirrtheit als Zeichen von Sauerstoffmangel.

 

Komplikationen:

  • Lungenabszess
  • Narbenbildung in der Lunge bei Ausheilung.

Therapie:

  • Wie bei Lobärpneumonie
  • auswurffördernde Medikamente (Expektorantien),

Hypostatische Pneumonie

Die Hypostatische Pneumonie ist eine Entzündung der unteren Lungenteile. Kommt häufig bei älteren, bettlägerigen Patienten vor.

 

Ursachen:

  • Es wirken mehrere Ursachen zusammen:
  • Oberflächliche Atmung bei Bettlägerigkeit oder Schmerzen im Abdomen, dadurch schlechte Belüftung des am Zwerchfell und gegen den Rücken liegenden Lungengewebes.
  • Besiedlung mit Bakterien
  • Verschlimmerung durch Herzinsuffizienz mit Stauung im Lungenkreislauf.
  • Wie bei Bronchopneumonie.

Symptome:

  • Wie bei Bronchopneumonie
  • Therapie:
  • Atemgymnastik.

 

Prophylaxe:

  • Mobilisation von bettlägerigen Patienten
  • Atemübungen mehrmals täglich, besonders wichtig ist häufiges, tiefes Durchatmen.

Lungenabszess

Infolge einer bakteriellen Infektion stirbt beim Lungenabszess Lungengewebe ab; die entstehende Gewebelücke ist mit Eiter gefüllt.

Ursachen:

  • Pneumonie
  • Bronchiektasen
  • Aspiration von Fremdkörpern
  • Embolien aus Eiterherden. Als häufigste Erreger werden Streptokokken und Staphylokokken gefunden,

 

Symptome:

  • Schlechter Allgemeinzustand
  • Fieber
  • Husten.

Komplikationen:

  • Pleura-Empyem bei Durchbruch in die Pleura
  • Aussaat von Bakterien ins Blut
  • Sepsis.

 

Verlauf:

  • Spontanheilung durch Aushusten in etwa der Hälfte der Fälle.

Therapie:

  • Antibiotika
  • Entleerung und Ableitung des Eiters (Drainage)
  • operative Entfernung des Herdes.

Staublunge

Die Staublunge ist eine Berufskrankheit bei Steinhauern, Bergleuten, Stahlarbeitern, Gießern, Asbestarbeitern, Bäckern.

 

Ursache:

  • Einatmung von Staub bei der Arbeit in den genannten Berufen. Der Staub führt zu chronischer Reizung des Lungengewebes, das dabei zugrunde geht und durch Bindegewebe ersetzt wird (Lungenfibrose).

Symptome:

  • Zunehmende Atemnot
  • Husten und Auswurf.
  • Komplikationen:
  • Tuberkulose
  • Bronchiektasen
  • Rechtsherzinsuffizienz.
  • Therapie:
  • Die Veränderungen selbst lassen sich nicht rückgängig machen. Die Therapie richtet sich nur gegen die Komplikationen.

 

Prophylaxe:

  • Wasserkühlung bei Bohrungen, damit kein Staub eingeatmet wird.
  • Schutzmaske
  • regelmäßige Schirmbildkontrolle.

Atelektase

Bei der Atelektase erhält ein Teil des Lungengewebes keine Luft.

Ursachen:

  • Druck von außen auf das Lungengewebe durch:
  • Exsudat oder Luft im Pleuraraum
  • Tumor
  • Verkrümmung der Wirbelsäule.

 

Verschluss eines Bronchus durch:

  • Schleimpfropf
  • Fremdkörper
  • Blut
  • Tumor.

Im abgeschlossenen Lungenlappen oder -segment wird die verbliebene Luft resorbiert.

Symptome:

  • Sie sind je nach Ausdehnung der Atelektase mehr oder weniger ausgeprägt.
  • Atemnot
  • Zyanose
  • Tachykardie.

 

Therapie:

  • Je nach Ursache.

Emphysem

Bei einem Emphysem verliert das Lungengewebe an Elastizität, die Alveolen werden größer. Dazu schwinden die Trennwände der Alveolen, so dass aus mehreren Alveolen eine größere Blase wird. Der Vorgang kann nicht rückgängig gemacht werden. Er führt zur Verminderung der Atemfläche.

Ursachen:

  • Normaler Alterungsprozess
  • chronische Bronchitis
  • Bronchialasthma.

 

Symptome:

  • Fassförmiger Thorax in Einatmungsstellung
  • geringe Atembeweglichkeit des Brustkorbes
  • Atemnot bei Anstrengung.

Komplikationen:

  • Chronische Bronchitis
  • Emphysem und chronische Bronchitis verschlimmern sich gegenseitig.
  • Rechtsherzinsuffizienz
  • Pneumothorax durch Platzen einer Emphysemblase.

 

Therapie:

  • Atemgymnastik
  • Inhalieren bei chronischer Bronchitis
  • Herzbehandlung
  • evtl. Antibiotika.

 Lungenembolie und Lungeninfarkt

Die Lungenembolie entsteht bei einem Verschluss eines Astes der Lungenarterien durch einen Embolus. Ein Lungeninfarkt bezeichnet das Absterben (Nekrose) von Lungengewebe nach einer Embolie.

 

Ursache:

  • Thrombose von tiefen Venen der unteren Extremitäten oder des Beckens,
  • Kleine Embolien können symptomlos bleiben.

Symptome:

  • Große Embolie:
    • plötzlich einschießender, stechender Schmerz im Brustkorb
    • Angstgefühl, kalter Schweiß
    • Atemnot
    • Zyanose
    • Tachykardie
    • später Husten mit wenig blutigem Auswurf.

 

Verlauf:

  • Verschluss eines großen Arterienastes kann innerhalb weniger Minuten zum Tode führen.
  • Bei der Ausheilung eines Lungeninfarktes entsteht eine Narbe.

Therapie:

  • Bettruhe
  • Sauerstoff
  • Antibiotika bei Lungeninfarkt
  • Herzbehandlung
  • gerinnungshemmende Medikamente - Antikoagulantien.

 

Prophylaxe:

  • Frühe Anzeichen einer tiefen Thrombose beachten:
  • leichte Temperatur- und Pulserhöhung
  • Schwellung des Beins
  • Wadendruckschmerz
  • Druckschmerz der Fußsohle.

Wenn die Anzeichen einer tiefen Thrombose auftreten:

  • Bettruhe
  • Antikoagulantien.

 

 

Der obige Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose.